Hufrehe – vorbeugen ist besser als heilen (2/2)

Hufrehe - vorbeugen ist besser als heilen (2/2)

Die Koppelzeit steht bevor. Mensch und Pferd sehnen sich nach der schönsten Zeit im Jahr und beginnen demnächst mit dem Anweiden, der Gewöhnung an das grüne saftige Gras.

Im 1. Teil haben sie einiges über die Entstehung der gefürchteten Hufrehe erfahren. Sie wissen auf welche Symptome sie bei ihrem Pferd achten müssen und können Erste Hilfe leisten bis der Tierarzt kommt.

Damit ihr Pferd erst gar nicht erkrankt oder einen weiteren Hufreheschub erleidet, sollten sie jetzt schon einiges tun und Vorsorge leisten.

Anweiden

Auch wenn die Zeit im Frühjahr verlockend ist, starten sie so spät wie möglich mit dem Anweiden. Das Graswachstum und -beschaffenheit kann je nach Witterung und Region ganz unterschiedlich sein. Im Frühjahr und in den Herbstmonaten ist das Gras gestresst und hat hohe Fruktangehalte (langkettige Zuckerverbindungen). Bei bestimmten Wetterverhältnissen (Licht, Temperatur, Feuchtigkeit) wird die durch Photosynthese gewonnene Energie nicht immer zum Wachsen verbraucht, sondern kann auch in Form von Fruktan in den Pflanzen eingespeichert werden. Dabei führen höhere Temperaturen zu niedrigen und niedrige Temperaturen zu höheren Fruktangehalten im Gras.

Risikogruppe

Orientieren sie sich an den Befindlichkeiten ihres Pferdes, auch wenn das bedeutet kann, dass sie es nicht mehr auf die Weide schicken können. Gerade Pferde die bereits eine Hufrehe hinter sich haben oder an einer hormonellen Krankheit, wie dem Equine Metabolisches Syndrom (EMS) oder Equines Cushing Syndrom (ECS) leiden, sind stark gefährdet und sollten kein Gras fressen. Aber auch Allergiker, Pferde mit Übergewicht, stoffwechsellabile, Lungen kranke und Pferde mit Verdauungsproblemen, wie Kotwasser, Durchfall oder Kolikgefährdung gehören ebenfalls zur Risikogruppe.

Zusammenhang Futter & Hufrehe

Nicht immer ist die Fütterung ausschlaggebend für eine Hufreheerkrankung, doch sie hat einen entscheidenden Einfluss auf die inneren Vorgänge und kann darüber entscheiden, ob ein Pferd erkrankt oder ob es gute Voraussetzungen mitbringt, keine Hufrehe zu erleiden.

Für den Pferddarm ist ungeeignetes Futter eine extrem hohe Belastung. Bereits gewisse Mengen können den Darm völlig aus dem Gleichgewicht bringen, das Milieu verschieben und den Darm „umkippen“ lassen. Gelangen unabgebaute Anteile von Eiweißen und Kohlenhydraten (Zucker, Stärke, Fruktan) in den Dickdarm, sinkt der pH-Wert stark ab – der Darmbrei wird sauer und führt auch zum Anstieg des Blutzuckerspiegels. Das saure Darmmilieu lässt eine Vielzahl guter Bakterien absterben. Es bilden sich u. a. Endotoxine (Giftstoffe), die wiederum über das Blut in die feinsten Blutgefäße der Huflederhaut gelangen. Es wird vermutet, dass gerade diese Giftstoffe oder der erhöhte Insulinspiegel zu Entzündungen bzw. Durchblutungsstörungen in der Huflederhaut führen und die Rehe entstehen lassen.

Gehört ihr Pferd zur Risikogruppe?

Dann sollten sie folgende Dinge umsetzen:

sichern sie den Futterbedarf über spätgeschnittenes Heu bester Qualität, wenn möglich auch gewaschen, einem gewissen Anteil Stroh und einem hochwertigen Mineralfutter ohne unnötige Zusätze

füttern sie keine silierten Futtermittel, wie Heulage oder Silage – dies führt zu einer weiteren Verschiebung des pH-Wertes im Darm und Blut

füttern sie kein Kraftfutter, zuckerhaltige oder kohlehydrathaltige Futtermittel – dazu gehören Äpfel, Karotten, Brot, Leckerlies, usw. – die meisten Pferde kommen sehr gut nur mit Heu und Mineralfutter aus

vermeiden sie zu schnelles und frühes Anweiden im Frühjahr, um die Aufnahme von fruktanhaltigen Gras einzugrenzen – das Ende der Löwenzahnblüte kann eine Orientierung sein, entscheiden sie aber individuell für ihr Pferd und je nach Grasvegetation bzw. -beschaffenheit

reduzieren sie die Grasaufnahme durch portioniertes Weiden oder verzichten sie ganz darauf – auch Pferde ohne permanenten Zugang zu Gras haben ein erfülltes und glückliches Leben, ein weiterer Pferdepartner auf einem abgesteckten Auslauf mit Heu und Wasser vertreibt mögliche Langeweile und schafft Abwechslung

Auch wenn ihr Pferd grundsätzlich nicht zur Hufrehe-Risikogruppe gehört,

checken sie ihre Weide regelmäßig auf Giftpflanzen
sorgen sie für eine angepasste Fütterung bzw. Bewegung und
versuchen sie Einfluss auf das Gewicht zu nehmen, um Übergewicht zu vermeiden

Was können sie sonst tun?

Sie können ihr Pferd gut auf die „grüne Zeit“ vorbereiten. Lassen sie sich individuell auf ihr Pferd abgestimmt Heilkräuter für Leber & Niere, die Durchblutung und der Schmerzreduzierung zusammenstellen, wie zum Beispiel:

Unterstützen sie weiter eine gesunde und stabile Verdauung mit Effektiven Mikroorganismen (EM®). Sie leisten eine gute Hilfe in Belastungszeiten und können Problematiken bei Futterumstellungen, insbesondere in der Anweidephase, entschärfen.

Wissenswertes zu Schmerzen

Schmerz ist ein Symptom und übernimmt eine wichtige Schutzfunktion, indem er den Körper vor schädlichen oder gefährlichen Einflüssen bewahrt. Unterdrückt oder nimmt man den Schmerz, so geht diese wichtige Warnfunktion verloren und der Organismus wird eventuell überlastet. Andererseits kann es entscheidend sein den Schmerzkreislauf zu unterbrechen, damit der Körper wieder seine normale Funktion wahrnehmen kann.

Grundsätzlich gilt, dass sie als Tierbesitzer zusammen mit ihrem Therapeuten individuell abwägen, ob und wie weit sie ihrem Tier den Schmerz nehmen.

Sie brauchen Unterstützung oder haben Fragen?

Ich helfe ihnen weiter. Nutzen sie die Möglichkeit eines ersten kostenfreien Telefongesprächs. Wir analysieren gemeinsam die Lage, durchforsten die Umstände und machen uns auf die Suche nach möglichen Faktoren. Anschließend gebe ich ihnen direkte Hilfestellung. Gern begleite ich sie und ihr Pferd, sei es an einem Termin bei ihnen Zuhause bzw. im Stall oder im Rahmen weiterer Beratungen am Telefon oder per E-Mail.