Brennnessel – das Allroundtalent

Brennnessel - das Allroundtalent
Foto: Paul M on Unsplash

Sie wächst an Wegrändern, auf Wiesen, an Schuttplätzen und überall da, wo durch Überweidung oder Verschmutzung weniger robuste Pflanzen nicht mehr wachsen. Als sogenannte Zeigerpflanze zeigt die Brennnessel (Urtica dioica) einen besonders nährstoff- bzw. stichstoffreichen Boden an, der auch auf überdüngte Wiesen zu finden ist.

Meist wird sie als lästiges und unerwünschtes Unkraut angesehen und mit der Chemiekeule bekämpft. Doch therapeutisch ist sie ein Allroundtalent und wird als nützliche Heilpflanze bei den unterschiedlichsten Erkrankungen eingesetzt.

Nährstoffbombe, Bakterienbremse & Blutreinigungskur

Sie ist eine wahre Nährstoffbombe und reich an vielen verschiedenen Vitaminen, darunter A, B und vor allem C. Weiter enthält sie Kieselsäure, Eiweiß, Rohfaser, Gerbstoffe, Cumarine, sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide) und Mineralien (Kalium, Magnesium). In den Pflanzenhaaren befinden sich Histamine (Amine), die wie ein natürliches Anti-Histamin wirken. Sie koppeln an den Histaminrezeptoren an und können so ein Andocken der körpereigenen Histamine verhindern.

Die Brennnessel hat in ihren Blättern einen Wirkstoff, der Bakterien in ihrem Wachstum hemmt. Durch den zugleich stark harntreibenden und entzündungshemmender Effekt spielt sie bei Nieren- und Blasenerkrankungen eine große Rolle. Sie ist durchblutungsfördernd und hat eine allgemein stoffwechselanregende Wirkung. Zugleich wirkt sie entgiftend und entschlackend, ideal bei Gelenk- oder Hautproblemen, gern in Form von Umschlägen.

Bei älteren Tieren eignet sie sich hervorragend zur kurweisen Blutreinigung, ist dadurch leicht schmerzstillend und verbessert den Allgemeinzustand. Ihre Kreislauf anregende Wirkung kann richtig munter machen. Und die Gerbstoffe unterstützen bei Verdauungsproblemen.

Brennnesseln frisch & getrocknet

Sie kann frisch und getrocknet gefüttert werden. Entweder direkt übers Futter streuen oder als lauwarmen Sud angerichtet. Brennnesselkraut schmeckt leicht bitter. Pferde fressen getrocknete Brennnesseln gern. Im Sommer können Sie das Kraut einfach abmähen und zum Trocknen auf der Weide liegen lassen. Sobald die Bitterstoffe verflüchtigen, werden sie von den Pferden liebend angenommen.

Von der Fütterung profitieren vor allem Pferde und Hunde mit Arthrose, Arthritis, Rheuma, Hufrehe, Mauke, Hautpilz, Galle- und Leberbeschwerden, Appetitlosigkeit, Verstopfung bzw. Durchfall, Stoffwechsel- und Fellwechselproblemen, Sommerekzem, Allergien, Hufrollenentzündung und Harnwegserkrankungen.

Äußerlich kann der Sud bei Juckreiz zum Spülen von Schweif und Mähne verwendet werden. Die Fellhaare werden gepflegt, glänzen und lassen sich besser durchkämmen. Angeblich soll die Anwendung auch das Haarwachstum beschleunigen, was aber eher der Durchblutung bei innerlicher Gabe zuzuschreiben ist.

Bevor Sie loslegen

Die Brennnessel hat einen hohen Histamingehalt und somit ein gewisses Allergiepotential (Allergie auslösend). Empfindliche Tiere neigen schnell zur Quaddelbildung. Die sogenannte Nesselsucht klingt nach dem Absetzen in der Regel schnell wieder ab.

Achten Sie auf eine ausreichende Wasserversorgung, genügend Trinken ist in Zeiten der Brennnesselfütterung wichtig. Aufgrund ihres harntreibenden Effekts sollte sie jedoch nicht bei Herz- oder Niereninsuffizienz angeboten werden.

Als Turnierreiter setzen sie die Fütterung rechtzeitig vor dem Turnier ab. Brennnessel ist Doping relevant.

Brennnessel wird oft in Fertigmischungen mit vielen anderen Kräutern angeboten. Doch diese Mischungen enthalten meist von jedem Kraut nur eine geringe nicht wirkungsvolle Menge. Lassen Sie sich bei der Kräuterauswahl beraten. Buchen Sie gleich Ihren telefonischen Infotermin im Online-Terminkalender.