Darm & Hautprobleme – wo liegt der Zusammenhang?

Darm & Hautprobleme – wo liegt der Zusammenhang?

Gesunde Haut und glänzendes Fell ist kein Zufall. Wenn sich bei ihrem Tier Juckreiz oder stumpfes Haar bemerkbar macht, die Haut äußeren und inneren Einflüssen nicht trotzten kann, lohnt es sich genauer hinzuschauen. In den meisten Fällen liegt die Ursache ganz im Innern verborgen.

Die Haut

ist Schutz-, Sinnes- und Regulationsorgan zugleich und hat wichtige Aufgaben zu erfüllen. Als stabile und flexible Körperhülle schützt sie vor Trockenheit, Nässe, Kälte, Hitze, Druck, Entzündung, Krankheitserregern und Giftstoffen.

Außerdem ist sie am Wasser- und Elektrolythaushalt, Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, bei der Aufnahme von Sauerstoff und der Abgabe von Kohlendioxid beteiligt. Darüber hinaus hilft sie der Leber und der Niere bei der Ausscheidung von Abbauprodukten im Körper.

    Auf der Hautoberfläche leben eine Vielzahl nützlicher Mikroorganismen. Zusammen mit einem feinen Schutzfilm, der von den Talgdrüsen und Hautzellen gebildet wird, bilden die Mikroorganismen den natürlichen Säureschutzmantel der Haut.

    sensibles Gleichgewicht

    Ist die Haut trocken, schuppig oder gar entzündet, liegt häufig eine Störung des mikrobiellen Gleichgewichts auf der Hautoberfläche zu Grunde. Ausgelöst werden kann dies u. a. durch eine vermehrte Entgiftung des Körpers über die Haut.

    Sind die Entgiftungskanäle überlastet, möchte der Organismus den „Abfall“ trotzdem weiter los werden und nutzt die Haut als Transportweg nach draußen. In der Folge verändert sich der pH-Wert und damit die Zusammensetzung der Mikroorganismen auf der Haut, die normalerweise das „Hautschutzschild“ darstellen. Funktioniert die äußere Abwehr nicht mehr, haben Keime, Pilze und Parasiten auf der Hautoberfläche leichtes Spiel.

    Krankheit fängt im Darm an

    Der Darm, das Immunsystem und die Haut stehen in direkter Verbindung zueinander. Es ist ein sensibles Gleichgewicht und eng verzahnter Kreislauf, der schnell aus den Fugen gerät.

    Über 70 % des Immunsystems sind im Darm lokalisiert. Ist der Darm geschwächt, verliert das Immunsystem an Kraft. Eine Schädigung der Darmflora bzw. Abwehrschwäche des Immunsystems lässt unterschiedliche Erkrankungen entstehen. Sie zeigen sich in der Ausbildung verschiedener Allergien, Atemwegs-, Haut- und Fellproblemen, Verdauungsstörungen und Organerkrankungen. Oft ist die Entwicklung schleichend und wird bei Erkennen der Problematik selten in direkten Zusammenhang mit dem Darm gebracht.

    Nachfolgend zwei Erkrankungen, die beispielhaft für die Vielzahl von Haut- und Fellproblematiken stehen und das nicht nur beim Pferd. Hunde und Katze sind in ähnlicher Weise betroffen.

    Sommerekzem & Hautpilz

    Hautallergien sind auf dem Vormarsch. Die für das Sommerekzem typische allergische Hautreaktion wird durch die weibliche Culicoides-Mücke (Gnitze, Kriebelmücke) hervorgerufen. Hat die Mücke sich auf dem Pferd niedergelassen, raspelt sie sich durch die Haut und produziert kleine tiefe und blutende Wunden, aus denen sie Blut trinkt. Um ordentlich Saugen zu können, injiziert sie ein blutverdünnendes Protein-Sekret in die Wunde, auf das sensible Pferde allergisch reagieren. Das Immunsystem antwortet mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Die Folge sind kleine Knoten, die einen starken Juckreiz auslösen.

    Um sich Linderung zu verschaffen, scheuert sich das Pferd was das Zeug hält, besonders an Mähne, Schweif, Kruppe und Bauchnaht. Die angegriffene Haut reagiert daraufhin mit Fellverlust, Schuppen, Ablösung der oberen Hautschicht, extremer Schwellung und Hautverdickung. Auf der angegriffenen Haut bildet sich ein anaerobes Klima, sie beginnt zu nässen und unangenehm zu riechen. Die mangelnde Widerstandsfähigkeit macht es Bakterien, Pilzen und Parasiten leicht sich einzunisten.

    Hautpilz gehört zu der am meisten auftretenden Hauterkrankung des Pferdes. Ein Befall fällt oft erst dann auf, wenn kleine kreisrunde und haarlose Stellen im Fell sichtbar werden. Für das Pferd ist die Situation äußerst unangenehm. Es juckt sich, die Haut wird zunehmend gereizt und es entstehen immer größere Scheuerstellen. Manchmal fängt die Haut an zu nässen, es bilden sich Schorf und Krusten. Besonders wohl fühlen sich Pilze, wenn sie einem feuchtwarmen Klima ausgesetzt sind, wie zum Beispiel unter einer Decke oder einem Stall mit wenig Luftaustausch.

    Die Ursachen beider Erkrankungen sind unterschiedlich. Häufig sind Pferde betroffen, die eine instabile Verdauung bzw. ein geschwächtes Immunsystem haben und mit Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen unterversorgt sind. Stress, ein zu häufiges Waschen und ein Wurmbefall können die Entwicklung fördern.

    hautbelastende Reinigung & Pflege

    Bei der Reinigung von Gegenständen, Decken und Flächen kann eingesetzte Chemie Allergien und Hautreaktionen auslösen. Herkömmliche Reinigungs- und Waschmittel beinhalten oft Stoffe, die gerade bei empfindlichen Tieren verstärkt Probleme auslösen können.

    Brisant ist der Einsatz von Spot-On, Sprays oder Shampoos. Tensid- und silikonhaltige Shampoos legen sich um jedes einzelne Haar und verschließen die Hautporen. Zudem stören sie den sensiblen Säureschutzmantel der Haut. Rötungen, Juckreiz, Schuppenbildung und Allergien können entstehen.

    Wenn zudem noch übertrieben geputzt und gewaschen wird, stört das das natürliche Gleichgewicht des Säureschutzmantels der Haut und die fettige Talgschicht im Fell geht verloren. So kann sich die Haut nicht mehr ausreichend vor äußeren Einflüssen schützen und macht sie schnell angreifbar.

    hautfreundliche Effektive Mikroorganismen

    Effektive Mikroorganismen (EM) sind eine schonende und natürliche Alternative zu herkömmlichen Shampoos bzw. Fellreinigungsmitteln. Als Fellpflege reicht es in der Regel völlig aus. Kann in bestimmten Fällen auf Seife und Shampoo nicht verzichtet werden, ist auf den pH-Wert der Haut zu achten, diese sind bei Mensch, Hund und Pferd jedoch völlig unterschiedlich.

    EM kann bei regelmäßiger Anwendung den Erhalt und Wiederaufbau des natürlichen Säureschutzmantels der Haut unterstützen. Äußerlich aufgetragen, bewahrt es das positive Hautmilieu und stärkt gegen äußere Umwelteinflüsse. Das Tier bekommt eine gesunde Haut und ein glänzendes Fell. Gerade im Fellwechsel leisten die kleinen gute Dienste, aber auch zur Unterdrückung von Fäulnis und schadhaften Pilzen an den Hufen kommt es zum Einsatz.

    Bei hartnäckigen Hautproblemen bietet sich die Anwendung ein speziellen Pflegecreme mit EM an. Sie wirkt entzündungshemmend und kann die Regenerationsfähigkeit der Haut schnell wiederherstellen.

    gesunde Ernährung

    Die Ernährung hat einen maßgeblichen Anteil daran, wie gut ein Organismus mit Nährstoffen versorgt wird, so dass alle Körperstoffwechsel reibungslos funktionieren können. Ein wichtiger Aspekt, gerade bei der Gesunderhaltung und Versorgung kranker und alter Tiere.

    Ist die tägliche Futterration falsch oder unzureichend zusammengestellt, belastet dies nicht nur Leber & Niere unnötig, auch der Darm kann auf Dauer krank werden. Auslöser sind ein Zuviel an Kohlenhydraten, Aromen, Geschmacksverstärkern, Konservierungsmittel und Medikamenten. In Frage kommt ebenso eine Mangelernährung an wichtigen und fehlenden Stoffen, die täglich benötigt werden. Darmmikroben können nur angepasste Nahrung bearbeiten und für sich bzw. den Körper nutzbar machen. Letztendlich bildet gutes Futter die Grundlage für das reibungslose Funktionieren aller Prozesse im Körper.

    Neben der Darmgesundheit ist eine störungsfreie Filterfunktion zwischen Darm und Haut wichtig. Der Darm übernimmt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht zu entscheiden, welche Stoffe in den Körper gelangen und welche ausgeschieden werden sollen. Kann der Darm seiner Aufgabe nicht ordnungsgemäß nachkommen, zeigt sich das in Verdauungsproblemen und einer Dysfunktion der Haut mit all seinen sichtbaren Problemen, wie schlechtes Hautbild, Schuppen, Rötungen, Juckreiz, stumpfes und mattes Fell.

    Um Haut & Fell von innen zu unterstützen, kann EM gefüttert werden. Es basiert auf dem Zusammenspiel hilfreicher Mikroorganismen, natürlichen Zutaten und den Stoffwechselprodukten aller enthaltenen Mikroorganismen, wie zum Beispiel Antioxidantien, Enzymen und Vitaminen. Sie schaffen ein gutes mikrobielles Gleichgewicht im Darm und tragen dazu bei, krankmachende Organismen zu unterdrücken und nützliche zu unterstützen.

    EM gibt es in flüssiger oder in fester Form als Bokashi. Angeraten wird eine Fütterung von mindestens 3 Monaten und mehrmals kurweise im Jahr. Nur so regeneriert sich das Gleichgewicht im Darm und trägt zu einem intakten Immunsystem und Hautstoffwechsel bei.

    Gesundheit ist die beste Vorsorge

    und schafft optimale Voraussetzungen für eine gute Haut- und Fellgesundheit:

    • ermöglichen sie eine gesunde und artgerechte Ernährung, angepasst an Alter, Rasse, Leistung und körperliche Befindlichkeiten
    • halten sie den Darm fit – für ein stabiles und leistungsfähiges Immunsystem, um Allergien, Atemwegs-, Haut- und Fellproblemen, Verdauungsstörungen und Organerkrankungen vorzugreifen
    • nutzen sie natürliche und allergiearme Reinigungs- und Pflegemittel
    • ermöglichen sie eine artgerechte Haltung und einen fairen Umgang – für mehr Ausgeglichenheit und ein gesundes Leben

    Zur inneren Darm- und äußeren Haut- bzw. Fellpflege haben sich in meiner Praxis einige Produkte bewährt:

    handeln sie umgehend

    Haut- und Fellprobleme sind unangenehm und können sehr schmerzhaft sein. Betrachten sie sie nicht isoliert und beschränken sich nicht nur auf äußerliche Maßnahmen. Sie schaffen zwar schnell Abhilfe, doch oft fängt ihr Tier nach einiger Zeit sich wieder an sich zu jucken, wird von Insekten belästigt oder tut sich schwer, neues Fell zu produzieren. Dagegen sollten sie grundlegend etwas tun.

    Kennen sie die Ursache des Problems nicht, lassen sie ihr Tier umgehend untersuchen. Zur Sicherung der Diagnose kommen verschiedene Laboruntersuchungen in Frage. Außerdem werden Darm, Leber, Niere und vor allem die Ernährung eingehend betrachtet. Ist das Problem gefunden, kann ihrem Tier umgehend und zielgerichtet geholfen werden.