Ginkgo – die Pflanze mit dem Sauerstoff-Kick

Ginkgo - die Pflanze mit dem  Sauerstoff-Kick
Foto: ppabu auf Pixabay

Ginkgo ist eines meiner Lieblingskräuter. Seine besonderen Wirkstoffe verhelfen vielen Pferden, Hunden und Katzen zu mehr Lebensqualität.

Es gab ihn bereits vor 250 Millionen Jahren. Er überlebte die Eiszeiten und gilt deshalb als „lebendes Fossil“. Ginkgo ist eine Pflanze mit vielen Besonderheiten. Obwohl er wie ein Laubbaum aussieht, seine Vorfahren sind Nadelbäume. Er ist äußerst widerstandsfähig, wird bis zu 30 Meter hoch und kann über 1.000 Jahre alt werden.

Während er blüht, verströmt er einen unangenehmen, nach Buttersäure riechenden Geruch. Die noch grünen Ginkgoblätter werden im Herbst geerntet, dann haben sie den höchsten Wirkstoffgehalt. Er findet in der Tierheilkunde Anwendung in der westlichen Phytotherapie und in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

Was macht Ginkgo so besonders?

Für die Wirkungen von Ginkgo ist wohl das Zusammenwirken von Flavonoiden, Ginkgoliden und Terpenen verantwortlich. In Laborversuchen wurden diesem Substanzmix zahlreiche Effekte zugewiesen. Er schützt Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen und unterstützt die Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, die Gedächtnis, Konzentration und Lernen beeinflussen. Zudem greifen die Stoffe hemmend in die Blutgerinnung ein, verbessern den Blutfluss und fangen freie Radikale ein.

der Sauerstoffkick

Ginkgoblätter eignen sich vor allem, um die Sauerstoffaufnahme in den Organen zu verbessern. Sie steigern die Durchblutung von Kopf bis Huf und Pfote, wodurch das Gewebe besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Der verbesserte Blutfluss hält die Blutgefäße frei und elastisch. Davon profitieren vornehmlich Tiersenioren mit Demenz, Herzschwäche oder altersbedingter Unruhe. Die bessere Durchblutung in der Muskulatur bzw. den Gliedmaßen verschafft den Patienten große Erleichterung.

Bei der Therapie eines akuten Kreuzverschlages wirkt Ginkgo der Mangeldurchblutung in der Muskulatur entgegen und kann so Schäden am Muskelgewebe in Grenzen halten. Gleiches gilt für Pferde mit chronischer Hufrehe – sie können aufgrund der besseren Durchblutung gut auf die Belastungszeit vorbereitet und im Akutfall versorgt werden. Bei Hufrollenentzündungen kann Ginkgo die gestörte Durchblutung des Hufrollenkomplexes optimieren.

Aber auch Hunde, die sich schlecht konzentrieren und ständig ablenken lassen, kann Ginkgo helfen, indem er die Gehirnleistung und so die Konzentration fördert.

die wichtigsten Indikationen auf einen Blick

  • Hufrehe
  • Hufrollenentzündung
  • Kreuzverschlag, Polysaccharid Speicher Myopathie (PSSM)
  • Ataxie, Gleichgewichtsstörungen
  • Arthrose
  • Muskelverspannungen
  • Durchblutungsstörungen allgemein
  • Schmerzen aufgrund Durchblutungsstörungen
  • Konzentrationsschwäche, Unruhe, Stress
  • Altersbeschwerden (Geriatrie)

Sie möchten Ginkgo bei ihrem Tier anwenden?

Die würzigen Blätter mögen Tiere gern, sie können sie übers Futter oder als Tee anbieten. Als Pulver bzw. Extrakt hat er eine intensivere und schnellere Wirkung.

Wenn ihr Pferd Hufrehe gefährdet ist, dann fangen sie bereits früh im Jahr mit der Fütterung von Ginkgo an. Er ist eine gute Vorbereitung für die kommende Belastungszeit während des Anweidens.

In individuell abgestimmter Menge hat er viele positive Eigenschaften und wird mit gutem Erfolg in der Phytotherapie eingesetzt. Doch bevor sie loslegen, informieren sie sich.

Ginkgo hat bei einer kurweisen Fütterung normalerweise keine Nebenwirkungen, jedoch können selbst gesammelte Blätter größere Mengen magenreizende Säuren enthalten. Kaufen sie deshalb getrocknete Ginkgoblätter nur im guten Fachhandel.

Bei Lebensmittel liefernden Tieren darf Ginkgo nicht eingesetzt werden. Bitte beachten sie dies, wenn im Equidenpass ihres Pferdes die Schlachtung vermerkt ist.

Bitte beachten sie, eine unkontrollierte Gabe von Heilkräutern kann unerwünschte Nebenwirkungen für ihr Tier haben. Die Phytotherapie gehört in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Liegen Organschädigungen bzw. -krankheiten vor, ist nur der Therapeut in der Lage mögliche organische Mehrbelastungen abzuschätzen und diesen entgegen zu wirken. Gern berate ich sie in einem persönlichen Gespräch: Kontakt.