Mörteleimer – krankmachender Trinkbehälter

Mörteleimer - krankmachender Trinkbehälter
Foto: Huf und Pfote Tierheilpraxis Claudia Schien

Der Wasserbedarf eines Pferdes variiert zwischen 10 und 60 Litern. Fohlen benötigen täglich 10 bis 20 Liter und Ponys zwischen 20 und 30 Liter. Ein Großpferd hat hingegen einen täglichen Wasserbedarf zwischen 40 bis 60 Liter, manchmal sogar mehr.

Maßgeblich beeinflusst wird die Trinkmenge durch die aktuelle Umgebungstemperatur, die Luftfeuchte, die tägliche Arbeitsleistung bzw. das Alter, das Gewicht und dem Gesundheitsstatus des Pferdes. Hinzu kommen die Art des Futters, die Heumenge und ob ein Fohlen säugt wird. Weiter entscheiden die Wasserqualität und die Art des Behälters, ob gern und ausreichend getrunken wird.

Frisches und sauberes Trinkwasser

sollte immer zugänglich sein. Eine Selbsttränke ist die sauberste Art Wasser anzubieten, jedoch mit einem gravierenden Nachteil – Pferde nehmen gern große Schlucke zu sich, was mit der Selbsttränke nicht möglich ist. So wird der täglich notwendige Wasserbedarf von der Menge her oft nicht erreicht.

Vom Boden zu trinken entspricht dem natürlichen Trinkverhalten. In freier Wildbahn trinken Pferde aus Flüssen, Bächen oder Seen und nehmen dabei die übliche Trinkhaltung ein, einem Ausfallschritt mit Kopf nach unten. Glücklich schätzt sich derjenige, der seinem Pferd fließendes Bachwasser oder eine Brunnentränke aus Holz oder Stein anbieten kann, vorausgesetzt es wird regelmäßig auf Wasserqualität kontrolliert. Fehlt es an derartigen Möglichkeiten, bietet sich als gute Alternative ein lebensmittelechter Behälter an. Er erlaubt bodennah und zugleich im natürlichen Ausfallschritt große Schlucke Wasser zu trinken.

Mörteleimer mit krankmachenden Stoffen

Ein übliches Bild auf Weiden, Paddocks und Offenställen sind die schwarzen Mörteleimer oder Baueimer, die zweckentfremdet als Tränkebottich ihren Dienst tun. Sie sind schnell und einfach in jedem Baumarkt zu kaufen, dabei preiswert und unkompliziert in der Handhabung. Was meist nicht bedacht wird, sie haben gravierende Nachteile, die krank machen können.

Bei der Herstellung werden meist recycelte, nicht lebensmittelechte Kunststoffe verwendet. Sie enthalten polycyclische aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher (Phthalate). Auch wenn die schädlichen Auswirkungen von Phthalaten auf die menschliche Gesundheit längst anerkannt sind, bedürfen sie der weiteren Erforschung, um abzuklären, ob sie weitere Bereiche des Körpers beeinflussen.

Gehen diese Stoffe mit der Sonneneinstrahlung ins Wasser über, gelangen sie beim Trinken oder durch Lecken auf direktem Weg in den Pferdeorganismus. Weiter hat die schwarze Farbe bei Sonneneinstrahlung einen starken Temperaturanstieg des Wassers zur Folge, das Algenbildung und unerwünschte Keimvermehrung begünstigt. Zu guter Letzt verändern sie den Wassergeschmack – oft eine Ursache, wenn Pferde zu wenig trinken.

Da Pferde wie Menschen zu den Säugetieren gehören, ist die Relevanz der Forschungsergebnisse und Beobachtungen durchaus übertragbar. So können die krankmachenden Stoffe auch den Pferdeorganismus dauerhaft belasten, voran die Entgiftungskanäle Leber und Niere. Eine gestörte Entgiftung wiederum begünstigt Stoffwechselerkrankungen, wie beispielsweise Sommerekzem, Mauke und Hufrehe.

Fazit

Verbannen sie ihren Mörteleimer in die Ecke oder nutzen sie ihn für den Zweck für den er gedacht ist, nämlich als Eimer zum Anrühren von Baumaterialien. Verwenden sie stattdessen einen Behälter aus lebensmittelechten Kunststoffen ohne belastende Weichmacher.

Tipps & Tricks

Damit ihr Pferd gerade in den heißen Monaten ausreichend trinkt, hier noch ein paar Tipps & Tricks die sich bewährt haben:

  • bieten sie sauberes und frisches Trinkwasser bodennah in einem passenden Behältnisse an – nutzen sie einen lebensmittelechten und robusten Tränkebottich, alternativ tut es auch eine ausrangierte, gut gesicherte Badewanne
  • achten sie auf Sicherheit – der Behälter darf keine scharfen Kanten aufweisen, sollte eine gewisse Standhaftigkeit bzw. Robustheit besitzen und dabei nicht splittert, wenn sich ihr Pferd daran zu schaffen macht
  • legen sie EM-Keramik in den Bottich, um die Wasserqualität weiter zu verbessern und der Bildung von Algen vorzubeugen
  • wählen sie einen geschützten und schattigen Standort für den Bottich, es bilden sich weniger krankmachende Bakterien
  • kontrollieren sie täglich alle Trinkvorrichtungen und -behälter und reinigen sie sie regelmäßig mit einem biologisch gesundheitlich unbedenklichen Reinigungsmitteln, z. B. EM-Reinigern
  • bieten sie lauwarmes Wasser oder erkalteten Kräutertee an, gern mit einem Schuss Apfelsaft
  • füttern sie flüssiges Mash oder wässrige eingeweichte Heucobs
  • verabreichen sie bei Bedarf Elektrolyte

Sie brauchen Hilfe?

Gern stehe ich ihnen beratend zur Seite. Informieren sie sich in einem kostenfreien Telefongespräch – buchen sie gleich online ihren Telefon-Wunschtermin.