Kraftfutter – Verwertung optimieren

Kraftfutter - Verwertung optimieren
Foto: Thomas Peham on Unsplash.com

Ihr Pferd wirkt müde und schlapp?

Sie trainieren täglich, füttern Kraftfutter, aber irgendwie kann ihr Pferd die zugeführte Energie nicht umsetzen. Es hat lange Lösungsphasen, ist unkonzentriert, wirkt müde und schlapp.

Die Ursachen können vielfältig sein. Möglicherweise bekommt ihr Pferd nicht das passende Kraftfutter, die Tagesmenge ist zu hoch oder es kann aufgrund einer Darmstörung das Futter nicht ausreichend verwerten bzw. verstoffwechseln.

Gewichtsverlust trotz Kraftfutter

Kraftfutter ist für den empfindlichen Pferdedarm eine hohe Belastung. Geringe Mengen kann der Darm in den meisten Fällen noch gut kompensieren. Werden aber zu große Mengen gefüttert, gerät der Darm völlig aus dem Gleichgewicht. Das Darmmileu verschiebt sich, negative Mikroorganismen gewinnen die Überhand, es kommt zu Verdauungsproblemen. Zugleich können alle zugeführten Nährstoffe dem Organismus nicht mehr richtig bereitgestellt werden. Ihr Pferd fühlt ist energielos, es fehlt an Kraft und Ausdauer für das Training. Hält der Zustand an, drohen Muskelabbau und Gewichtsverlust.

Gerade bei untergewichtigen Pferden herrscht der Irrglaube vor, über die Menge des Kraftfutters das Gewicht zu steuern. Doch das Gegenteil tritt ein. Um das Mehr an Kraftfutter zu verdauen und zu verstoffwechseln, verbraucht der Organismus viel Energie, die ihm wieder an anderer Stelle fehlt um das Gewicht zu halten. Ein nicht enden wollender Teufelskreis.

Belastung Kraftfutter

Damit Kraftfutter verdaut werden kann, muss die im Getreide enthaltene Stärke enzymatisch aufgeschlossen werden. Pferde sind vom Organismus her nicht auf eine Getreide-Verdauung ausgerichtet und so gelangt die in den Dünndarm einfließende Stärke zum Großteil unverdaut in den Dickdarm. Dieser Darmabschnitt ist auf eine derartige Flut an Kohlenhydraten nicht ausgerichtet und reagiert mit einer Zunahme an schadhaften Milchsäurebakterien, die Darmflora kippt. Wird das Darmmileu zunehmend gestört, steigt das Hufreherisiko. Gleichfalls kann es die Entwicklung von Krankheiten wie das Equine Metabolisches Syndrom (EMS), Equines Cushing Syndrom (ECS) und Diabetes fördern.

Weiter enthält Kraftfutter viel Protein, welches der Pferdeorganismus nur äußerst begrenzt verwerten kann. Ein Zuviel davon belastet insbesondere die Entgiftungszentralen Leber & Niere, worüber das überschussige Protein wieder ausgeschieden werden muss. Auch dieser Vorgang bedingt einen erhöhten Energieverbrauch und lässt das Pferd weiter abnehmen.

Stimmt das Verhältnis zwischen Heufütterung und Kraftfutter nicht, können durch zu lange Fresspausen Magenprobleme entstehen. Kraftfutter wird in kurzer Zeit gefressen und wenig eingespeichelt. Landet der Futterbrei im Magen, vermischt sich dieser nur wenig mit der dortigen Magensäure, verweilt jedoch längere Zeit im Magen. Folglich steigt die Sekretion des Magensafts, der pH-Wert erhöht sich, was letztendlich zu Magenreizungen, wie Entzündungen und Geschwüren führen kann.

Energielieferant Heu

In erster Linie sollten sie den Energiebedarf über gutes Heu sicherstellen. Die meisten Pferde haben damit bereits genug an Energie und kommen gut ohne Kraftfutter aus. Wird ihr Pferd sportlich genutzt und absolviert täglich sein Training, ist die Zufütterung eines passenden Kraftfutters in Form von Hafer sinnvoll und schafft eine gute Basis, um den Leistungsanforderungen gewachsen zu sein. Mit kurzen Heupausen von maximal 3 Stunden können sie einer Magenübersauerung wirkungsvoll gegensteuern.

Energiequelle Hafer

Als Energiequelle ist Hafer das für Pferde am besten geeignete Getreide. Er wird bereits über 80 % im Dünndarm verdaut und belastet den nachfolgenden Dickdarm nicht mit unabgebauter Stärke. Dies führt zu weniger Fermentationsstörungen und verschiebt die Darmflora nicht. Idealerweise teilen sie die Haferration in mehrere Fütterungen pro Tag auf und stellen davor immer eine ausreichende Heufütterung sicher.

bessere Futterverwertung = weniger Kraftfutter

Effektive Mikroorganismen (EM®) können helfen, dass trotz Kraftfutterfütterung ein gesundes Darmmilieu erreicht wird. Ist das Milieu in Ordnung, können die guten Darmbakterien eine größere Menge an Nährstoffen aus dem Futter aufschließen, Vitamine und andere positive Wirkstoffe produzieren und dem Organismus zur Verfügung stellen. Dadurch ist die Verwertung von Heu wesentlich effektiver und auch die über das Kraftfutter zugeführte Energie kann optimal ausgenutzt werden. Letztendlich kann durch eine bessere Verwertung die Kraftfuttermenge reduziert und der Darm weiter entlastet werden.

Sie haben Fragen zur Fütterung?

Lassen sie sich beraten. Gern nenne ich ihnen weitere Möglichkeiten ihr Pferd zu unterstützen.