Heu – mangelnde Qualität und seine Folgen

Heu - mangelnde Qualität und seine Folgen
Foto: Joachim Lesne, Unsplash

Mit dem Herbst beginnt meist das Ende des Weidegangs für die Pferde. Die Grasnarbe soll sich bis zum Frühjahr erholen, zudem bietet die reine Grasfütterung spätestens jetzt keine ausreichende Versorgung mehr. Um einem Mangel vorzusorgen, muss jetzt Heu zugefüttert werden.

Weg vom Gras, hin zur reinen Heufütterung

Das sensible Verdauungssystem muss sich jetzt den veränderten Bedingungen anpassen. Oft wird die Kraftfutterration gesteigert, weniger Bewegung, erhöhter Stress aufgrund der Umstellung und die feuchten Wettereinflüsse können Balancestörungen im empfindlichen Verdauungssystem verursachen.

In den meisten Fällen haben Pferde außerhalb der Weidesaison weniger Bewegungsfreiheit. Sie werden nachts in Boxen aufgestallt und erhalten stundenweise Zugang zu weniger großen Auslaufflächen. Eine Belastung für Körper und Psyche.

Mangelnde Heuqualität und seine Folgen

Leider wird des Öfteren ein Auge zudrückt, wenn Heu minderer Qualität verfüttert wird. Oder die Heumenge wird auf ein Minimum reduziert und durch Alternativen, wie Heulage, Silage, Luzerne oder Rübenschnitzel ersetzt.

Auch erscheint es auf den ersten Blick attraktiv, den Raufutter-Anteil durch eine höhere Menge Stroh oder Heucobs zu ersetzen. Doch für das Pferd als Dickdarmverdaurer entsteht eine schwierige Situation. Im Vergleich zu Heu enthält Stroh wesentlich weniger Cellulose und dafür mehr Lignin, das die Bakterien im Dickdarm nicht aufspalten können. Das Risiko an einer Verstopfungskolik oder einem Magengeschwür zu erkranken steigt unweigerlich. Eingeweichte Heucobs bieten zwar ausreichend Cellulose, doch die fehlenden Einspeichelung beim Fressen gefährdet eine enzymatische Vorbereitung für den Magen und eine ordnungsgemäße Verdauung in den folgenden Darmabschnitten.

Bei derart ungünstigen Mengen- und Qualitätsverhältnissen können sich schwerwiegende Verdauungsstörungen entwickeln. Eine unvernünftige und zugleich unwirtschaftliche Denkweise zulasten der Pferde, denn die hier eingesparten Kosten verlagern sich in der Folge auf mögliche Behandlungen der Pferde, die daraufhin unter Kotwasser, Durchfall, Kolik und auch Atemwegsprobleme leiden.

So geht’s richtig

Um Ihrem Pferd die Aufstallung zu erleichtern, hier ein paar hilfreiche Tipps:

  • qualitativ einwandfreies Heu – füttern Sie mindestens 1,5 kg (besser 2 kg) pro 100 kg Körpergewicht schon während des Weidegangs
  • Futterpausen so wenig wie möglich – lassen Sie Ihr Pferd nicht mehr als 3 bis 4 Stunden ohne Heu
  • Effektive Mikroorganismen (EM) und Heilkräutern – beides erleichtert die Futterumstellung und sorgt für ein gutes Darmmilieu bzw. starke Abwehrkräfte für die bevorstehende nass-kalte Jahreszeit
  • Sozialkontakt für mehrere Stunden am Tag – gemeinsames Heufressen, Spielen, Bewegung, Frischluft, natürliches Licht und Temperaturreize hält Ihr Pferd körperlich und geistig fit
  • Abwechslung im Trainings- und Bewegungsalltag – nutzen Sie schöne Tage für kleine Geländeritte oder gehen Sie mit Ihrem Pferd spazieren

Suchen Sie das Gespräch

Heu bester Qualität ist mit nichts in der Pferdefütterung zu ersetzen. Es ist das Grundfuttermittel für Pferde und sollte immer den größten Anteil der Raufutter-Fütterung ausmachen. Pferde brauchen es, um ihr Kaubedürfnis zu befriedigen und genug Speichel für ihrem empfindlichen Magen zu produzieren. Das Pferd ist darauf spezialisiert, über viele Stunden verteilt immer wieder kleine Mengen rohfaserreiche Nahrung wie Heu aufzunehmen, um eine stabile Verdauung zu sichern und den Darm bzw. das Immunsystem dauerhaft gesund zu halten.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Stallbesitzer und finden Sie gemeinsam eine Lösung. Auch wenn das bedeutet, dass Sie vorübergehend einen finanziellen Ausgleich leisten müssen. Ihr Pferd wird es mit Gesundheit danken.

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