Herbstgrasmilbe – jetzt vorsorgen & behandeln

Herbstgrasmilbe - jetzt vorsorgen & behandeln

Ihr Hund oder Katze hat plötzliche Kratzanfälle und beißt sich hartnäckig in die Pfoten?

Ihr Pferd hat entzündete haarlose Stellen an den Fesseln und möchte mit dem Schubbern am Schweifansatz nicht mehr aufhören?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass weder Flöhe noch Insekten, sondern die Larve der Herbstgrasmilbe schuld ist.

Die Milbe hat jetzt Hochsaison und ist eine der am häufigst diagnostizierten Parasiten bei Hund, Katze und Pferd. Dabei ist das ein bis zwei Millimeter große, schwach gelbliche Tierchen oft schwer zu erkennen. Nur im Larvenstadium lässt sie sich auf ihrem tierischen oder menschlichen Wirt nieder um zuzustechen.

der Weg aufs Tier

Die Larve ist überall da zu finden, wo sie sich einfach und schnell auf ihr Opfer fallen lassen kann. Sie krabbelt vom Boden in Richtung Licht und nutzt dafür Gräser, niedrige Sträucher oder kleine Erdhügel. Oben auf ihrer Haltestelle angekommen wartet sie oft tagelang und gierig, um sich dann bei der nächstbesten Gelegenheit abstreifen und mitnehmen zu lassen.

Sitzt sie dann endlich auf ihrem Wirt, ritzt sie die oberste Hautschicht an und gibt ein Speichelsekret ab, das die Hautschicht auflöst. Der Mix aus Speichelsekret und Zellflüssigkeit dient ihr als Nahrung. Immer wiederkehrende Speichelabgaben vertiefen die Wunde zunehmend. Das Ganze dauert ein paar wenige Tage bis sie satt ist und von ihrem Wirt ablässt und abfällt. Unten angekommen dringt sie in den Boden ein und verwandelt sie sich in wenigen Wochen von einer Nymphe zur erwachsenen Milbe, die wiederum neue Larven produziert. Ein immer wiederkehrender Kreislauf, der erst im Herbst endet.

juckender Ausschlag bis allergische Reaktion

Durch den Milbenbiss bildet sich ein mückenstichähnlicher Ausschlag in Form kleiner roter Punkte, die sich zu rötlichen Schorfkrusten entwickeln. Befallen sind vor allem dünnhäutige Stellen am Ohr, der Nase, den Pfoten und Beinen, der Mähne, Schwanzspitze bzw. Schweifansatz und vor allem der Bauchnaht.

Betroffene Tiere leiden unter massivem Juckreiz, mit unaufhörlichem Kratzen, Benagen, Lecken und Scheuern an den Bissstellen. Schnell sind die Bereiche haarlos und hochgradig entzündet, es treten allergische Reaktionen und oft sekundäre bakterielle Infektionen auf. Die Situation ist für die Tiere sehr unangenehm.

warum nicht jedes Tier befallen ist

Kränkliche, immunschwache und verdauungslabile Tiere ziehen Parasiten aller Art magisch an. Die Schmarotzer haben es dann einfach sich einzunisten. Betroffene Tiere leiden wesentlich öfter unter Milben, Flöhen, Haarlingen, Zecken oder Würmern, manchmal sogar gleichzeitig. Kommt mangelnde Hygiene und Pflege dazu, ist ein Befall unumgänglich.

Gesunde Tiere leiden kaum unter Hautparasiten. Sie haben einen gut funktionierenden Stoffwechsel, eine ungestörte Verdauung und eine starke Immunabwehr. Das macht es der Herbstgrasmilbe schwer Fuß zu fassen.

so ist die Grasmilbe zu erkennen

Grasmilbenlarven sind recht schwer zu lokalisieren. Sieht man an den typischen Stellen jedoch genauer hin, kommt man den kleinen herumkrabbelnden und stecknadelkopfgroßen Milben mit ihrer orangen Auflagerung doch auf die Spur. Ein ausgelegtes Stück weißes Papier oder Bettlaken lockt die Tiere an und verrät ihre Anwesenheit.

Milben können ihren tierischen Wirt aber auch schon verlassen haben, dann bleibt nur die Symptomatik, anhand dessen man einen ehemaligen Befall vermuten kann. Letzte Sicherheit gibt eine einfache parasitologische Untersuchung mittels Hautgeschabsel oder einem Tesafilm-Abklatsch, der im Labor diagnostiziert wird.

Tipps & Tricks zur Vorsorge

Gerade in den Sommermonaten von Juli bis Oktober tritt die Milbe verstärkt auf. Sie liebt es warm und feucht, mit schwülen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Ideale Bedingungen findet sie in niedriger Vegetation, sei es in Gärten, Wiesen und Feldern. In den Morgenstunden ist die Milbendichte am geringsten. Erst im Laufe des Tages wird die Milbenanzahl zunehmend größer.

Meiden sie tagsüber den Gassigang durchs Gras und lassen sie ihren empfindlichen Hund nicht auf Grünflächen liegen. Gleiches gilt für Katzen und Pferde, die sensibel auf den Milbenbiss reagieren. Hier ist zu überlegen, ob der Weidegang oder Freigang auf nachts verlegt werden kann. Gegen Ende Oktober ist Saisonende für die Herbstgrasmilbe und der Spuk ist vorbei.

Halten sie den Darm fit und stärken sie damit die Immunabwehr und den Hautstoffwechsel. Achten sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Futtermitteln und Nährstoffzugabe, die dem Organismus alle notwendigen Mineralien, Vitaminen bzw. Spurenelemente bereitstellt.

Sorgen sie für ein intaktes und mikrobielles Gleichgewicht im Umfeld, damit krankmachende Organismen unterdrückt und nützliche unterstützt werden. Reinigen sie die Ausrüstung, Kissen, Decken, Körbchen und Liegeflächen mit biologischen und gut verträglichen Mitteln. Pflegen und kämmen sie ihr Tier regelmäßig, um einen Befall von Grasmilbenlarven rechtzeitig zu erkennen.

Milbenbefall – was tun?

Eine Milbenbefall ist spätestens dann zu behandeln, wenn der Juckreiz nicht aufhören will und die Stellen sich zunehmend entzünden oder sich gar eine allergische Reaktion ausbildet.

Waschungen der befallenen Körperbereiche sollten nur mit einem Shampoo oder einer Seife erfolgen, die dem pH-Wert der Haut entspricht. Der pH-Wert von Hund und Pferd unterscheidet sich von dem des Menschen, deshalb sind von uns genutzte Seifen und Shampoos nicht geeignet. Weiter können Effektiven Mikroorganismen (EM) oder Essigwasser Abhilfe schaffen. Zusätzlich können die befallenen Stellen bei Hund & Pferd mit Anis-, Kokos- oder Zedernöl betupfen, das mögen Milben überhaupt nicht.

Vorsicht bei Knoblauch und Teebaumöl. Knoblauch enthält den Wirkstoff N-Propyldisulfid, der insbesondere bei Katzen die roten Blutkörperchen zerstören und später zur Blutarmut führen kann. Teebaumöl kann, gleichfalls wie andere ätherische Öle, allergische Reaktionen auslösen und ist für die Katze tödlich.

Warten sie nicht zu lange. Mit zunehmender Entwicklung verschlimmert sich die Situation tagtäglich, ihr Tier fühlt sich unwohl und leidet an einem gestörten Allgemeinempfinden mit Leistungsabfall.

Sie brauchen Unterstützung?

Lassen sie sich beraten und ihr Tier behandeln. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach möglichen Faktoren. Sie erhalten Lösungen zur Behandlung und Vorsorge, damit ihr Pferd, Hund und Katze die schöne Zeit draußen unbeschadet genießen kann.