Isländisch Moos – nicht nur was für Rentiere

Isländisch Moos - nicht nur was für Rentiere
Foto: Наталья Коллегова auf Pixabay

Isländisch Moos (Cetraria islandica) ist recht anspruchslos und wächst überall im Norden, nicht nur auf Island. Irreführend ist ihr Name, denn es handelt sich nicht um ein Moos, sondern eine Flechte, sozusagen eine Symbiose zwischen Alge und Pilz.

So bitter Isländisch Moos auch ist, seine Wirkung bei Atemwegserkrankungen und allen möglichen Entzündungen macht ihn zum Mittel der Wahl. Rentiere fressen es mit Vorliebe, warum sollen nicht auch unsere Hunde und Pferde davon profitieren.

die Flechte für Atemwege & Entzündungen

Für Heilzwecke wird von der Flechte der Flechtenkörper (Thallus) verwendet. Neben bitteren Flechtsäuren enthält Isländisch Moos einen hohen Anteil (50 Prozent) langkettiger und wasserlöslicher Zuckermoleküle, die Schleim bilden. Diese schleimbildenden Zuckerstoffe legen eine beruhigende Schutzschicht über gereizte Schleimhaut von Maul und Rachen – ideal für freie Atemwege.

Lindern kann man mit ihr außerdem unangenehme Reizungen der Magenschleimhaut (Gastritis) und quälenden Hustenreiz, sei es bei einer Bronchitis oder Erkältung. Der hohe Schleimstoffanteil hilft, festsitzenden Schleim zu lösen und fördert den Auswurf. Tägliche Spülungen eignen sich außerdem bei unangenehmen Entzündungen im Maul.

Isländisch Moos wirkt nachweislich gegen Entzündungen und Bakterien, was sich wiederum positiv auf das Immunsystem auswirkt.

als Kräftigungskur & Magen-Darm-Mittel

Die Flechte eignet sich gut zur Kräftigung nach schweren Erkrankungen und Erschöpfung, beispielsweise nach der Geburt oder einer schweren Krankheit.

Gleichfalls ist sie appetitsteigernd und verdauungsunterstützend. Sie kann Brechreiz stillen, sei es bei Reisekrankheit oder Übelkeit bzw. Erbrechen. Während die Bitterstoffe den Appetit steigern, bilden die Schleimstoffe einen Schutzfilm über die Magenschleimhaut, eine Wohltat für Magen & Darm.

selbstgemachter Kaltauszug oder fertig

Gefüttert werden kann Isländisch Moos Hunden und Pferden als Tee in Form eines Kaltauszugs. Dazu wird getrocknetes und zerkleinertes Moos zusammen mit kaltem Wasser für eine Stunde angesetzt und danach verfüttert.

Die Flechtsäuren und Bitterstoffe sind verantwortlich für das bittere Aroma. Bei der Fütterung muss ein bisschen getrickst werden. Um das herbe Aroma zu überdecken, kann Isländisch Moos auch zusammen mit Wasser bzw. Apfelessig geköchelt werden und nach dem Abkühlen mit etwas Honig versüßt werden.

Wer den Aufwand scheut, der kann neben Isländisch Moos als Einzelkraut auch ein bereits fertiges Konzentrat mit Apfelessig und Lindenblütenhonig fürs Pferd oder Hund übers Futter geben. Isländisch Moos wird gern mit anderen Kräutern kombiniert. Bewährt hat sich eine Mischung aus Isländisch Moos, Spitzwegerich und lecker schmeckendem Anis und Süßholz.

Legen sie nicht einfach los

Wichtig für Turnierreiter: gemäß Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR) handelt es sich bei Isländisch Moos um eine verbotene Substanz gemäß Liste Anhang II. Sie sollten die empfohlene 48 Stunden-Karenzzeit einhalten und ihn vorher rechtzeitig absetzen.

Heilkräuter können unerwünschte Nebenwirkungen haben und gefährlich für ihr Tier sein. Die Phytotherapie gehört immer in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Liegen Organschädigungen bzw. Krankheiten vor, ist nur er in der Lage mögliche Mehrbelastungen abzuschätzen und diesen entgegen zu wirken. Informieren sie sich und nutzen sie die Möglichkeit eines ersten kostenfreien Telefongesprächs.