Anis – aromatisch & wirkungsvoll

Anis - aromatisch & wirkungsvoll
Foto: GOKALP ISCAN, Pixabay

Sie kennen ihn sicher, den charakteristisch leicht süßlichen und würzigen Geruch von Anis, der beim Zerreiben der Samen so herrlich duftet.

Anis (Pimpinella anisum) gehört wie Fenchel, Kümmel und Dill zu den Doldengewächsen. Vermutlich stammt er wegen seines würzigen Geruchs aus dem Orient. Heute wächst Anis in fast allen wärmeren Klimazonen, wie in Südeuropa, im Mittelmeergebiet, dem Vorderen Orient und Indien. Aus weggeworfenen Früchten kommt er verwildert an Wegrändern und Schuttstellen vor.

Beruhigend für Magen, Darm & Atemwege

Anis regt die Sekretion der Verdauungsdrüsen bzw. der Galle an, reguliert die Darmtätigkeit und fördert die Verdauung. Durch seine blähtreibende, krampflösende und entspannende Wirkung wird er gern bei allen Arten von Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. Ein gutes Heilmittel, wenn Ihr Tier immer wieder unter einem Blähbauch (Meteorismus), Krämpfen oder Kolik leidet. Zudem wirkt er Bakterien und Pilzen im Darm entgegen.

Durch seinen Einfluss auf die Atemwege eignet er sich besonders zur Vorsorge in der kalten Jahreszeit. Er löst festsitzenden Schleim, fördert den Auswurf und erleichtert so das Abhusten, wirkt hier entkrampfend und entzündungshemmend. Ideal, wenn Ihr Pferd oder Hund an einem Katarrh der oberen Atemwege, einem Krampf- bzw. Reizhusten oder einer Bronchitis leidet.

Anis ist wegen seiner milden Art und natürliche Süße vor allem bei jungen Tieren beliebt. Bei den Älteren wird er gern wegen seiner appetitanregenden Wirkung eingesetzt. Anwendung findet er auch bei Fruchtbarkeitsstörungen. Er fördert die Rosse und Läufigkeit, kann während der Laktation bei der Milchbildung unterstützen.

Äußerlich angewendet, wirkt Anisöl gegen Bakterien, Viren und Hautpilz. Es vertreibt unterschiedlichste Arten von Insekten und Hautparasiten, wie Räudemilben, Grasmilben, Läuse und Flöhe.

Lecker & wirkungsvoll

Verwendet werden die reifen Früchte. Anis hat einen leicht süßlichen und würzigen Geruch, der beim Zerreiben deutlich wahrzunehmen ist und durch das enthaltene ätherische Öl entsteht. Pferde mögen den Geschmack, aber auch bei Hunden ist Anis beliebt. Katzen sollten wegen des ätherischen Öls kein Anis bekommen.

Anissamen am besten vor der Zubereitung zerkleinern bzw. anstoßen. Frisch gemahlen oder gemörsert sind die Inhaltsstoffe am besten für den Organismus verfügbar. Die Samen enthalten Flavonoide, Eiweiß, Phenolcarbonsäure und sind besonders reich an fettreichem und aromatischen ätherisches Öl, dem Anethol. Als Trio zusammen mit Fenchel und Kümmel kann er einfach ins Futter oder wird als lauwarmen Tee zubereitet. Dann ist er besonders lecker und wirkungsvoll.

Doch Vorsicht!

Anis ist allergen und kann zu Problemen führen. Deshalb langsam mit einer geringen Menge anfangen und bei Unverträglichkeit wieder absetzen. Da Anis in den Hormonhaushalt eingreifen kann, ist er nicht für tragende Stuten und Hündinnen geeignet. Hier sollte auf eine Fütterung verzichtet werden.

Gemäß Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR) handelt es sich bei Anis um eine verbotene Substanz gemäß Liste Anhang II. Turnierreiter sollten die empfohlene 48 Stunden-Karenzzeit einhalten und Anis vorher rechtzeitig absetzen.

„Echtes“ Anisöl ist ein sehr teures ätherisches Öl und wird nicht überall in entsprechender Qualität angeboten. Unter der Bezeichnung „Anisöl“ wird meist das billigere Sternanisöl aus Vietnam und China gehandelt, das aus den Früchten des Sternanisbaums gewonnen wird.

Heilkräuter können unerwünschte Nebenwirkungen haben und gefährlich für Ihr Tier sein. Die Phytotherapie gehört immer in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Liegen Organschädigungen bzw. Krankheiten vor, ist nur er in der Lage mögliche Mehrbelastungen abzuschätzen und diesen entgegen zu wirken. Informieren Sie sich: Telefontermin buchen

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