Ingwer – die scharfe Wunderknolle

Ingwer - die scharfe Wunderknolle
Foto: PDPics, Pixabay

Die medizinische Wirkung von Ingwer wird seit Jahrtausenden in Asien genutzt. Anwendung findet sie in der Indischen und Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Geschätzt wird er besonders für seine ätherischen Öle und Bitterstoffe. Außerdem besitzt er Schleimstoffe und Scharfstoffe, die Gingerole und Shogaole.

Scharf, anregend & beruhigend

Ingwer ist die scharfe Wunderknolle. Die Kombination aus ätherischen Ölen und bitter schmeckenden Scharfstoffen stärken die Atemwege, die Verdauung, den Bewegungsapparat und das allgemeine Wohlbefinden.

Die Schärfe regt den gesamten Kreislauf und Stoffwechsel an. Er fördert die Durchblutung und wirkt blutverdünnend, die Tiere werden wacher und bekommen mehr Bewegungsfreude.

Die Produktion von Speichel, Magen- und Gallensaft wird angeregt, was wiederum die Verdauung ankurbelt und leicht abführend, aber gleichzeitig auch beruhigend auf Magen und Darm wirkt. Außerdem hilfreich bei älteren bzw. mäkelig fressenden Pferden und Hunden, um den Appetit zu steigern. Darüber hinaus wird ihm eine gewisse Wurmfeindlichkeit zugeschrieben.

Ingwer lindert Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose, Spat, Hüftgelenksdysplasie (HD), Kissing Spines, Hufrehe und Hufrollensyndrom. Er findet seinen Einsatz auch bei Muskelverspannungen und Rheuma. Die enthaltenen Gingerole können sich positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken und ihn senken. Eine Möglichkeit, Diabetes erkrankte Tiere zu unterstützen.

Leidet Ihr Tier unter einem Infekt oder Husten, schlagen Sie mit Ingwer den Krankheitserregern ein Schnippchen. Er kurbelt die Immunabwehr an und kann so die Rekonvaleszenz beschleunigen.

Ausschalten von Schmerz

Im Akutfall können die Scharfstoffe und die damit verbundene Blutverdünnung Schmerzen und Entzündungen reduzieren. Die Gingerole sind in ihrer Wirkung dem Aspirin ähnlich. Wie ein Schmerzmittel docken sie an die Schmerzrezeptoren an, unterdrücken das Schmerzempfinden und die Problematik verschwindet.

Doch Schmerz ist ein Alarmsignal und zeigt an, dass etwas nicht in Ordnung ist, Schonung ist angesagt. Ist der Schmerz indes ausgeschaltet, belastet sich das kranke Tier übermäßig. Schwierig, wenn „Ruhe“ gehalten soll.

Es versteht es sich von selbst, dass Ingwer gerade bei Pferden in der Turniersaison keine Anwendung finden sollte. Turnierreiter sind verpflichtet Ingwer rechtzeitig abzusetzen, er ist dopingrelevant.

Bevor Sie loslegen

Lassen Sie Ihrem Pferd oder Hund Zeit sich an den scharfen Geschmack und den Geruch zu gewöhnen. Frisch wird Ingwer ungern gefressen, in getrockneter Form lässt er sich eher von der Fütterung überzeugen. Fangen Sie mit einer kleinen Menge an und steigern Sie langsam. Am besten mischen Sie ihn fürs Pferd anfänglich unter eingeweichte Heucobs oder Mash. Zur Appetitsteigerung können Sie den Ingwer als Sud zubereiten und ihn über das Futter geben oder falls notwendig anfänglich mit leckeren Zusätzen tricksen.

Tiere mit einem stabilen Magen kommen in der Regel gut mit Ingwer klar. Doch produziert der Magen schon zu viel Magensäure, steigert Ingwer zusätzlich die Magensaftbildung und reizt die Schleimhaut. Die Magensituation verschlechtert sich weiter. Gefährdet sind auch diejenigen mit einem Risiko von Steinbildung (Gallen- oder Blasensteinen), Nieren- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. Deshalb Vorsicht bei empfindlichen Tieren.

Beachten Sie die blutverdünnende Wirkung und verzichten Sie auf die Gabe vor Operationen. Gleichfalls sollten trächtige Tiere keinen Ingwer erhalten. Vorsicht auch wenn Fieber vorliegt, dann besser die Finger weg vom Ingwer, da er die Hitze verstärken kann. Ingwer ist für Katze giftig, sie besitzt eine Glucuronidierungsschwäche, woraufhin keine ätherischen Öle oder Scharfstoffe vertragen werden.

Sie brauchen Unterstützung?

Kurzfristig leistet Ingwer überaus gute Dienste. Unerwünschte Wirkungen treten meist bei Dauerfütterung auf. Begrenzen Sie die Gabe auf ein paar wenige Wochen und pausieren Sie danach.

Die Phytotherapie gehört grundsätzlich in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Liegen Krankheiten oder Befindlichkeiten vor, ist nur er in der Lage mögliche Mehrbelastungen abzuschätzen und diesen entgegen zu wirken. Informieren Sie sich, buchen Sie gleich online Ihren Telefon-Wunschtermin.