Hilfe, mein Pferd hustet!

Hilfe, mein Pferd hustet!
Foto: Dan Cook, Unsplash

Zu Beginn der nass-kalten Zeit tritt er wieder verstärkt auf, der quälende Husten.

Jetzt im Herbst werden die Temperaturen unbeständiger und die Infektanfälligkeit steigt. Zwar sinkt bei niedrigen Temperaturen die Keimbelastung, dafür klettert die Anfälligkeit für eine Virusinfektion nach oben. Die Immunabwehr muss Hochleistungen vollbringen.

Husten, ein lebenswichtiger Reflex

Husten kann ein Hinweis auf ganz unterschiedliche Erkrankungen sein, nicht nur der Atemwege. Dabei ist er an sich keine Krankheit, sondern ein Symptom. Husten ist ein notwendiger und auch lebenswichtiger Reflex, der die Lunge vor dem Eindringen von Fremdkörpern, wie Schleim, Staub und Pollen schützt.

Husten verläuft oft recht hartnäckig und kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Dabei sind akute Infekte von chronischen Verlaufsformen zu unterscheiden. Akute Infekte sind bei konsequenter Behandlung meist nach ein paar Tagen ausgestanden. Dauert eine Atemwegserkrankung länger an, steigt zunehmend die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Erkrankung.

Häufig sind die oberen und unteren Atemwege betroffen. In Frage kommen hier Reizungen der Nüstern oder des Kehlkopfes. Auch eine Erkrankung der Luftröhre, der Bronchien oder der Lunge können eine Rolle spielen. Dabei leiden Pferde mit Allergien, einer Herzerkrankung oder einem Wurmbefall (z. B. Lungenwürmer) verstärkt unter Hustenanfällen.

Welche Auslöser kommen in Frage?

Ursächlich sind meist verschiedene Bakterien- und Virusarten. Haupterreger spezifischer Virusinfektionen des Atmungsapparates beim Pferd ist der Influenza A-Virus sowie verschiedene und weit verbreitete Herpesviren, wie EHV1 und EHV4. Leider ermöglicht eine vorangegangene Infektion oder Impfung nicht immer eine dauerhafte Immunität und zuverlässigen Schutz vor Erkrankung.

Schädliche Auswirkungen auf die Atemwege hat Bewegungsmangel und ein schlechtes Stallklima. Besonders Staub, Gase, Feuchtigkeit, mangelnder Luftaustausch, Desinfektionsmittel und Lacke erhöhten das Hustenrisiko.

Stress schwächt das lebenswichtige Immunsystem. Das können Stresssituationen mit anderen Pferden, Überforderung im Training oder Transportstress sein. Weiter können bestimmte Futtermittel bzw. Unverträglichkeiten mit einhergehender Störung des Darmmilieus unterschiedliche Verdauungsprobleme verursachen. Ist der Darm krank, ist im gleichen Zug das Immunsystem geschwächt und die Lunge leidet mit.

Welche Symptome treten auf?

Typische Begleiterscheinungen von Husten sind Kurzatmigkeit, Fieber, Nasenausfluss und geschwollene Lymphknoten. Betroffene Pferde wirken matt oder haben keinen Appetit, die Leistungsfähigkeit verringert sich zunehmend.

Wenn das bei Ihrem Pferd zutrifft, lassen Sie es schnellstmöglich untersuchen. Husten ist ein wichtiges Alarmsignal, das Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Darüber hinaus können Sie selbst einiges tun:

Frischluft bei jeder Wetterlage

Pferde benötigen für ihre Lungenfunktion permanent Frischluft. Sorgen Sie täglich für mehrstündigen Auslauf, egal bei welcher Wetterlage. Weg von Staub im Stall, im Idealfall Tag und Nacht. Beim Kehren oder Misten darf Ihr Pferd nicht im Stall stehen und das Putzen verlegen Sie am besten nach draußen.

Gutes Stallklima

Sorgen Sie für ein gutes Stallklima. Damit dies stets angenehm bleibt und kein Ammoniakgeruch entsteht, ist sorgsames Misten und eine gewisse Sauberkeit wichtig. Achten Sie auf eine staubarme Einstreu bzw. verzichten Sie auf Stroh in der Box und im Unterstand.

Effektive Mikroorganismen (EM) unterstützen das gute Stallklima. Sie können eine Verbreitung von Keimen, Schimmelpilzen und Staub verringern. Zugleich werden Abbauprozesse von Kot und Urin verhindert, die für schädliche Geruchsentwicklungen verantwortlich sind und die empfindliche Atemwege stark reizen können.

Regelmäßige Bewegung

Neben mehrstündigem täglichen Auslauf, braucht Ihr Pferd regelmäßig, am besten tägliche Bewegung, entweder an der Hand oder unter dem Sattel. Leichtes, lösendes Training draußen im Gelände oder auf einem staubarmen Platz regt die Stoffwechselprozesse an und fördert das Abhusten des Schleims. Dies können Sie gut mit vorherigen Inhalationseinheiten unterstützen.

Geben Sie Ihrem Pferd ausreichend Zeit und Ruhe, um sich auszukurieren. Es darf nicht zu früh belastet werden. Stimmen Sie alle Maßnahmen eng mit ihrem Therapeuten ab.

Staubarme und angepasste Fütterung

Hinterfragen Sie sich selbst: ist das Heu qualitativ einwandfrei? Füttern Sie Kraft- und Mineralfutter ausgewogen und an die Bedürfnisse Ihres Pferdes angepasst?

Die Qualität des Heus können sie schnell und einfach selbst prüfen (Sinnesprüfung). Nehmen Sie eine Hand voll Heu in die Hand und reiben Sie es zwischen den Handflächen. Hat es einen guten Griff ohne zu stechen, riecht es aromatisch und staubt nicht?

Hochwertiges Heu fällt locker und ohne Staub auseinander, hat je nach Schnittpunkt eine kräftige grünliche oder etwas ausgeblichene Farbe und duftet angenehm. Mit zunehmender Lagerung kann die Staubbelastung von gutem Heu trotzdem zunehmen – hier und auch bei einer akuten Erkrankung können Sie das Heu bedampfen oder nässen. Zusätzlich bietet sich das Besprühen des Heus mit Effektiven Mikroorganismen (EM) an.

Hustenauslöser können Kraftfutter, Karotten, Äpfel oder Leckerli sein. Im Akutfall kann es notwendig sein, dass Ihr Pferd kein Futter erhält, das Hustenreize auslösen kann.

Über die Nahrung wird Ihr Pferd mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Bekommt es diese nicht in ausreichender Menge, geht der Körper an seine zuvor angelegten Reserven. Spätestens dann muss der erhöhte Nährstoffbedarf gedeckt werden. Neben Kupfer, Mangan, Selen, Magnesium und Jod gehört jetzt vor allem Zink zu den wichtigsten Spurenelementen in der Hustenzeit. Sie alle haben eine wichtige Aufgabe bei der Regeneration der Schleimhäute und sind elementar für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Darm & Immunsystem fit halten

Gesundheit fängt im Darm an. Er ist der größte und auch wichtigste Teil des Verdauungstraktes und nicht nur für die Nährstoffaufnahme bzw. -verwertung zuständig. Er spielt zudem eine maßgebliche Rolle bei der Bildung eines starken Immunsystems – schließlich befinden sich ca. 80 % des körpereigenen Immunsystems im Darm. Ist der Darm fit, leisten sie beste Vorsorge für ein stabiles Immunsystem und die Gesundheit der Lunge.

Für ein gutes Darmmilieu und zur Stärkung der Abwehrkräfte empfehle ich das Zufüttern von Effektiven Mikroorganismen über mehrere Monate. Gleichfalls können Sie Ihr Pferd mit GladiatorPLUS und ZELLmilieu2 unterstützen.

Darüber hinaus hält die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) einiges an Heilkräutern bereit. Typische Atemwegskräuter sind Spitzwegerich, Thymian, Süßholzwurzel, Kümmel, Fenchel, Anis und Isländisch Moos. Aber auch die Meerrettichwurzel kann mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen eine akute und bakterielle Atemwegserkrankung bekämpfen.

Doch Vorsicht! auf Kräuter oder Pflanzen allergisch reagierende Pferde sind hier ausgeschlossen. Lassen Sie sich deshalb vor der Gabe fachkundig beraten, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden.

Mit Homöopathie & Akupunktur unterstützen

Ist Ihr Pferd erkrankt, kann die Homöopathie und Akupunktur (TCM) effektiv die Rekonvaleszenz unterstützen. Beide Therapien zeigen gute Erfolge bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, die gerade jetzt in der Häufigkeit ansteigen. Passend dazu steht der Herbst in der 5-Elementen-Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auch für die Begriffe Trockenheit, Schleim und die Organe Lunge bzw. Dickdarm.

Sie brauchen Hilfe?

Ich helfen Ihnen bei der Suche nach möglichen Auslösern, sei es bei der Diagnostik und Behandlung – selbstverständlich arbeite ich hier auf Wunsch mit Ihrem Tierarzt zusammen.

Gemeinsam durchforsten wir die Umstände und machen uns auf die Suche. Anschließend erhalten Sie Lösungsvorschläge für eine zielgerichtete Behandlung bzw. Fütterung, die Ihr Pferd wirkungsvoll unterstützen kann.

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