Hilfe, mein Pferd hustet!

Hilfe, mein Pferd hustet!

Im Herbst werden die Temperaturen unbeständiger und die Infektanfälligkeit steigt. Zwar sinkt bei niedrigen Temperaturen die Keimbelastung, dafür klettert die Anfälligkeit für eine Virusinfektion nach oben. Die Immunabwehr muss Hochleistungen vollbringen.

Husten kann ein Hinweis auf ganz unterschiedliche Erkrankungen sein, nicht nur der Atemwege. Dabei ist er an sich keine Krankheit, sondern ein Symptom. Husten ist ein notwendiger und auch lebenswichtiger Reflex, der die Lunge vor dem Eindringen von Fremdkörpern, wie Schleim, Staub und Pollen schützt.

Welche Auslöser kommen in Frage?

Husten ist bei Pferden nicht selten. Oft verläuft er recht hartnäckig und kann massive gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Dabei sind akute Infekte von chronischen Verlaufsformen zu unterscheiden. Akute Infekte sind bei konsequenter Behandlung meist nach ca. 7 bis 10 Tagen ausgestanden. Dauert eine Atemwegserkrankung länger an, steigt zunehmend die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Erkrankung.

Ursächlich sind meist verschiedene Bakterien und Virusarten. Haupterreger spezifischer Virusinfektionen des Atmungsapparates beim Pferd ist der Influenza A-Virus sowie verschiedene und zugleich weit verbreitete Herpesviren, wie EHV1 und EHV4. Leider ermöglicht eine vorangegangene Infektion oder Impfung nicht immer eine dauerhafte Immunität und zuverlässigen Schutz vor Erkrankung.

Häufig sind die oberen und unteren Atemwege betroffen. In Frage kommen hier Reizungen der Nüstern oder des Kehlkopfes. Auch eine Erkrankung der Luftröhre, der Bronchien oder der Lunge können eine Rolle spielen. Dabei leiden Pferde mit Allergien, einer Herzerkrankung oder einem Wurmbefall (z. B. Lungenwürmern) verstärkt unter Hustenanfällen.

Schädliche Auswirkungen auf die Atemwege hat Bewegungsmangel oder ein schlechtes Stallklima. Besonders Staub, Gase, Feuchtigkeit, mangelnder Luftaustausch, Desinfektionsmittel und Lacke erhöhten das Hustenrisiko. Leistungs- und Transportstress schwächen zudem das lebenswichtige Immunsystem. Weiter können bestimmte Futtermittel bzw. Unverträglichkeiten mit eingehender Übersäuerung und Störung des Darmmilieus unterschiedliche Verdauungsprobleme verursachen. Ist der Darm krank, ist im gleichen Zug das Immunsystem geschwächt und die Lunge leidet mit.

Welche Symptome treten auf?

Typische Begleiterscheinungen von Husten sind Atemnot, Kurzatmigkeit, Fieber, Nasenausfluss und geschwollene Lymphknoten. Betroffene Pferde wirken matt oder haben keinen Appetit, die Leistungsfähigkeit verringert sich zunehmend.

Wenn das auch bei ihrem Pferd zutrifft, bitte stellen sie es schnellstmöglich einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker vor. Sehen sie Husten als wichtiges Alarmsignal, den sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Darüber hinaus können sie einiges für die Vorsorge und im Krankheitsfall tun:

Frischluft bei jeder Wetterlage

Pferde benötigen für ihre Lungenfunktion eine permanente Zufuhr von frischer Luft. Sorgen sie täglich für mehrstündigen Auslauf, egal bei welcher Wetterlage. Weg von Staub im Stall, idealerweise Tag und Nacht. Beim Kehren oder Misten sollte ihr Pferd nicht im Stall stehen und das Putzen verlegen sie am besten nach draußen.

staubarme und angepasste Fütterung

Hinterfragen sie sich selbst: ist das Heu und Stroh qualitativ einwandfrei? Füttern sie Kraft- und Mineralfutter ausgewogen und an die Bedürfnisse ihres Pferdes angepasst?

Die Qualität ihres Heus können sie schnell und einfach selbst prüfen (Sinnesprüfung). Nehmen sie eine Handvoll Heu in die Hand und reiben sie es zwischen den Handflächen. Hat es einen guten Griff ohne zu stechen, riecht es aromatisch und staubt nicht? Hochwertiges Heu fällt locker und ohne Staub auseinander, hat je nach Schnittpunkt eine kräftige grünliche oder etwas ausgeblichene Farbe und duftet angenehm. Mit zunehmender Lagerung, kann die Staubbelastung von gutem Heu trotzdem zunehmen – hier und auch bei einer akuten Erkrankung sollten sie das Heu bedampfen oder nässen.

Im Akutfall kann es notwendig sein, dass ihr Pferd kein weiteres Futter erhält, das Hustenreize auslösen kann. Dazu gehört u. a. Kraftfutter und Saftfutter, wie Karotten und Äpfel oder Leckerlies.

Über die Nahrung wird ihr Pferd mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Bekommt es diese nicht in ausreichender Menge, geht der Körper an seine zuvor angelegten Reserven. Spätestens dann muss der erhöhte Nährstoffbedarf gedeckt werden. Neben Kupfer, Mangan, Selen, Magnesium und Jod gehört jetzt vor allem Zink zu den wichtigsten Spurenelementen in der Hustenzeit. Sie alle haben eine wichtige Aufgabe bei der Regeneration der Schleimhäute und sind elementar für ein gut funktionierendes Immunsystem.

regelmäßige Bewegung

Neben täglichem mehrstündigem Auslauf sollte ihr Pferd regelmäßig, am besten täglich, an der Hand oder unter dem Sattel bewegt werden. Leichtes, lösendes Training draußen im Gelände oder auf einem staubarmen Platz regt die Stoffwechselprozesse an und fördert das Abhusten des Schleims. Dies können sie gut mit Inhalationseinheiten unterstützen.

Geben sie ihrem Pferd ausreichend Zeit und Ruhe um sich auszukurieren. Es darf nicht zu früh belastet werden. Dabei sollten sie alle Maßnahmen eng mit ihrem Therapeuten abstimmen.

Darm & Immunsystem fit halten

Gesundheit fängt im Darm an. Er ist der größte und auch wichtigste Teil des Verdauungstraktes und nicht nur für die Nährstoffaufnahme bzw. -verwertung zuständig. Er spielt zudem eine maßgebliche Rolle bei der Bildung eines starken Immunsystems – schließlich befinden sich ca. 80 % des körpereigenen Immunsystems im Darm. Ist der Darm fit, leisten sie beste Vorsorge für ein stabiles Immunsystem und die Gesundheit der Lunge.

Für ein gutes Darmmileu und zur Stärkung der Abwehrkräfte empfehle ich das Zufüttern von Effektiven Mikroorganismen in flüssiger Form oder Bokashi über mindestens 3 Monate. Gleichfalls können sie ihr Pferd mit GladiatorPLUS®, ZELLmilieu2® und Heilkräutern unterstützen.

mit Naturheilkunde unterstützen

Ist ihr Pferd erkrankt, kann die Naturheilkunde effektiv die Rekonvaleszenz unterstützen. Besonders die Homöopathie und Akupunktur (TCM) zeigen gute Erfolge bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, die gerade jetzt in der Häufigkeit ansteigen. Passend dazu steht der Herbst in der 5-Elementen-Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auch für die Begriffe Trockenheit, Schleim und die Organe Lunge bzw. Dickdarm.

Darüber hinaus hält die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) einiges an Heilkräutern bereit. Typische Atemwegskräuter sind Spitzwegerich, Thymian, Süßholzwurzel, Kümmel, Fenchel, Anis und Isländisch Moos. Aber auch die Meerrettichwurzel kann mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen eine akute und bakterielle Atemwegserkrankung bekämpfen. Aber Vorsicht: auf Kräuter oder Pflanzen allergisch reagierende Pferde sind hier ausgeschlossen. Lassen sie sich deshalb vor der Gabe fachkundig zum Einsatz von Heilpflanzen beraten, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden.

Bewährt hat sich außerdem ein altbekanntes Hausmittel, der „heiße Wickel“. Für den Wickel nehmen sie ein Leinentuch mit heißem Wasser, wringen es aus, legen es nach ein paar Minuten Abkühlen noch warm (nicht heiß) über die Sattellage und fixieren darüber eine Woll- oder Stalldecke. Die wohltuende Wärme entspannt und entkrampft die Muskeln im Bauch-, Lungen- und Brustraum.

Sie brauchen Hilfe?

Ich helfen ihnen bei der Suche nach möglichen Auslösern, sei es bei der Diagnostik und verschiedenen Untersuchungsmethoden – selbstverständlich arbeite ich hier auf Wunsch mit ihrem Tierarzt zusammen. Gemeinsam durchforsten wir die Umstände und machen uns auf die Suche. Anschließend erhalten sie Lösungsvorschläge für eine zielgerichtete Behandlung, die ihr Pferd wirkungsvoll unterstützen kann.