Graue Schnauzen richtig füttern (1/2)

Graue Schnauzen richtig füttern (1/2)
Foto: Susanne Pälmer auf Pixabay

Hunde werden durch verbesserte Lebensbedingung, Fürsorge und ausgewogene Ernährung immer älter. Graue Schnauzen haben besondere Ansprüche, bedürfen mehr Aufmerksamkeit und guter Pflege, um gesund und fit zu bleiben.

Falsche Ernährung, Stress, mangelnde Bewegung und Auslastung lassen Hunde früher altern. Das begünstigt besonders chronische Erkrankungen des Bewegungs- und Verdauungsapparates.

Wann ist ein Hund alt?

Altern ist individuell und von Hund zu Hund unterschiedlich. Ab wann ein Hund als „alt“ gilt, ist weniger von seinem Alter in Jahren, sondern vielmehr von seiner körperlichen Konstitution abhängig.

Größere Hunde altern in der Regel schneller als Kleine. Einfluss auf den Alterungsprozess nehmen zudem von Geburt an mitgegebene Gene. Großen Einfluss haben die Haltung, Bewegung und vor allem die Ernährung.

Futterhersteller werben gern damit, dass Hunde bereits zwischen sechs bis acht Jahren beginnen zu altern und besonderes Seniorenfutter benötigen. Viel wichtiger ist jedoch, dass der Hund bereits von Welpenalter an optimal und bedarfsgerecht ernährt und gehalten wird. Werden die Elterntiere bereits gut versorgt, sind auch beim Nachwuchs die Voraussetzungen gut, dass sich erste Alterserscheinungen viel später zeigen.

Welche Veränderungen zeigen sich?

Nicht nur äußerlich ist Alter erkennbar, auch im Inneren finden schleichende Veränderungen statt. Das Hormon- und Immunsystem zeigen zunehmend Störungen. Die Knochen werden spröde, Muskeln bauen sich ab, Gelenke, Sehnen und Bändern verlieren an Elastizität.

Mit steigendem Lebensalter lässt generell die Adaptions- und Kompensationsfähigkeit nach, was eine erhöhte Krankheitsbereitschaft zur Folge hat. Wichtige Organe lassen in ihrer Funktion nach, darunter vor allem das Herz, Magen und Darm.

Alte Hunde haben vermehrt Probleme mit den Gelenken. Sie werden allgemein ruhiger, schwerfälliger und der Darm kann träge werden. Die altersbedingten Veränderungen führen zum Nachlassen der Funktionsfähigkeit des Verdauungssystems und so zwangläufig auch die des Immunsystems (Immunoseneszenz). Das macht den Hund anfälliger für Magen-Darm-Erkrankungen, Infektionen und Krebserkrankungen.

Weil die Enzymproduktion nachlässt, arbeitet der Darm weniger effektiv. Die Verwertung der Nahrung kann Schwierigkeiten bereiten und Blähungen, Verstopfung oder Durchfall können entstehen.

Der Stoffwechsel wird langsamer, eventuell sinkt die Leistungsfähigkeit von Niere und Leber. Während des Alterungsprozesses kommt es ebenso zu Veränderungen des Nervensystems und der endokrinen Organe, wie der Schild- und Bauchspeicheldrüse. Das Risiko für Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. Diabetes steigt.

Der Seh-, Gehör- und später auch der Geruchssinn wird schlechter. Weiter nimmt die Anzahl der Geschmacksnerven ab und die Speichelsekretion lässt nach. Der Hund wird wählerischer in seiner Futterauswahl. Die Zähne nutzen sich ab, fehlen teilweise, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen können auftreten und das Kauen von Knochen oder großen Fleischstücken wird einfach schwieriger.

Zusammenfassend: der Hundesenior wird anfälliger für die verschiedensten Erkrankungen und braucht nach Krankheit oder Verletzung immer länger, um sich zu erholen.

Aber sie können einiges tun,

damit ihr Hund auch im Alter gut versorgt ist. Welche Möglichkeiten eine altersgerechte Ernährung bietet, erfahren sie demnächst im 2. Teil „Graue Schnauzen richtig füttern 2/2“.