Macht wurmfrei Sinn?

Macht wurmfrei Sinn?
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Würmer gehören zu den Endoparasiten die im Inneren leben und Organe befallen. Sie sind vorwiegend im Magen oder Darm zu finden, können aber auch in Lunge, Herz, Muskulatur oder Leber wandern.

Die Darmbewohner ernähren sich von Blut, Nahrungsbrei oder Gewebe ihres tierischen Wirtes und entziehen ihm so wichtige Nährstoffe. Dabei können sie Mangelerscheinungen, Immunschwäche und viele andere schwerwiegende Gesundheitsstörungen hervorrufen.

Tiere sind niemals wurmfrei . . .

auch nicht bei entsprechenden Maßnahmen. Dies hat einen guten Grund, der Wurm lebt in einer Symbiose mit seinem Wirt. Er will überleben und das kann er nur, wenn er vom Immunsystem seines Wirtes nicht vernichtet wird und er im Gegenzug seinen Wirt nicht tötet. Der Wurm ist ein Lehrmeister des Immunsystems und hält die Abwehrmechanismen seines Wirtes fit. Beide leben in Koexistenz miteinander, der eine hätte ohne den jeweils anderen Nachteile.

Dennoch ist es unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass das Gleichgewicht nicht kippt, die Würmer Überhand nehmen und folglich Schaden im tierischen Organismus anrichten.

Alternative zum einfach-so-mehrmals-im-Jahr-Entwurmen

Es gibt eine sinnvolle Alternative zum üblichen einfach-so-mehrmals-im-Jahr-Entwurmen, die Selektive Entwurmung. Kurz & kompakt: die Wurmkur wird nur dann und mit einem gezielten Wirkstoff verabreicht, wenn sich mittels regelmäßiger Kotuntersuchung ein positiver Befund über einem gewissen Stellenwert (EpG = Eier pro Gramm) zeigt.

Wird Vorsorge anhand vorheriger Kotuntersuchung betrieben, kann die Häufigkeit von Entwurmungen reduziert werden. Es ist eine sinnvolle Anpassung an das individuelle Infektionsrisiko, das gesundheitliche Schäden verringern und die weitere Verbreitung und Vermehrung der Würmer eindämmen kann.

Denn jede Wurmkur die notwendigerweise nicht gegeben werden muss, ist eine Entlastung für den Organismus und führt zu weniger Resistenzen von Wurmwirkstoffen. Ist eine Wurmkur tatsächlich notwendig, wird der passende Wirkstoff gewählt und im Anschluss eine anschließende Kontrolluntersuchung durchgeführt. Unterstützt wird dies idealerweise mittels Darm unterstützenden Maßnahmen, im Rahmen einer individuell auf das Tier abgestimmten ganzheitlichen Behandlung.

Dieses Kotuntersuchungsschema lässt sich bei Pferd, Hund und Katze anwenden und ermöglicht so eine Kontrolle der meisten Parasiten, mit Ausnahme einiger wenige Parasitenarten und Larvenstadien. Der Tierbesitzer bzw. Stallbesitzer erhält einen genauen Überblick zum aktuell herrschenden Wurmbefall beim jeweiligen Tier bzw. dem Infektionsdruck im gesamten Tierbestand.

Neugierig geworden?

In meiner Praxis haben sich verschiedene Kotuntersuchungen und Behandlungen bewährt. Welche davon genau für Ihren Hund, Katze oder Pferd Sinn machen, sollten wir in einem Gespräch klären.

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