Giftige Gartenknabbereien

Giftige Gartenknabbereien
Foto: Richard Brutyo, Unsplash

Endlich ist er da, der langersehnte Frühling. Wegen der Kälte hat er lange auf sich warten lassen. Jetzt geht’s wieder mehr ins Grüne, wir genießen die frische Luft, sei es im Garten, auf dem Balkon oder beim sonnigen Spaziergang.

Und natürlich muss jetzt alles auf Vordermann gebracht werden. Die Pflanzen erhalten noch einen kleinen Rückschnitt, werden kräftig gedüngt und klar, einige neue werden zur Verschönerung dazu gepflanzt.

Aber wissen Sie, welche Gartenpflanzen giftig sind?

Es sind nicht nur die Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon die gefährlich werden können, die ein oder andere Pflanze finden Sie auch beim Spazierengehen oder als Heckenschutz.

Nachfolgend nenne ich ein paar Giftpflanzen, die teils schon in geringen Mengen toxisch sind und im Extremfall lebensbedrohlich sein können:

Tulpe

Sie ist so schön, aber auch so gefährlich – die Tulpe. Vom beliebten Frühlingsblüher sind für Hund und Katze alle Pflanzenteile gefährlich. Schon leichtes Knabbern reizt die Schleimhäute und es droht Atemnot. Vor allem die Zwiebel verursacht Brechdurchfall und schwere Magenkrämpfe. Deshalb gehören Tulpen in keinen Hunde- und Katzen-freundlichen Garten. Übrigens, dies gilt gleichfalls für die wunderschöne Narzisse, Hyazinthe und Primel.

Maiglöckchen

Es verzaubert uns mit seinen schneeweißen duftenden Blüten, das kleine Maiglöckchen. Dabei wirkt es so unscheinbar und harmlos. Und tatsächlich enthält es Substanzen, die gut bei altersbedingter Herzschwäche helfen können. Seine Wirkstoffe sind oft in Herzmedikamenten zu finden.

Aber es kann auch ganz anders. Das Maiglöckchen gehört zu den giftigsten Gartenpflanzen für Hund und Katze. Der giftigste Teil steckt in seinen Blüten und Früchten. Deshalb gehört es in keinen Garten oder eine Blumenvase.

Flieder

Herrlich, wenn im Garten endlich der Fliederduft in die Nase steigt. Ab April besticht er mit schönen Blüten und seinem herrlichem Duft. Wild ist er am Wegesrand oder auf verwilderten Grundstücken zu finden.

Sein Duft wird gern für Kerzen, Parfüm und Öl verwendet. Und so liegt es nah, dass auch Katzen und Hunde den Geruch anziehend finden und gern am Strauch knabbern. Seine Inhaltsstoffe können Allergien, Übelkeit und Atembeschwerden auslösen.

Kirschlorbeer

Der Kirschlorbeer ist wegen seinen immergrünen Blättern sehr beliebt und in fast jedem Garten oder Park zu finden. Oft sind es meterlange Hecken, die gern als Zaunabgrenzung gepflanzt werden.

Seine Samen und Blätter enthalten Stoffe, die für Tier und Mensch giftig sind und im Organismus gefährliche Blausäure freisetzen. Neben unterschiedlichsten Vergiftungserscheinungen kann er im Extremfall einen Atemstillstand auslösen.

Thuja

Die Thuja oder auch Lebensbaum genannt, ist sehr robust und dient als guter Sicht- und Windschutz. Zu finden ist sie in Gärten, Friedhöfen und Parks.

Thuja ist hochgiftig für Hunde, Katzen, Pferde und Rinder. In den Blattspitzen reichern sich ätherische Öle an, die vor allem unangenehme Hautreizungen, Koliken, schwere Durchfälle, Darmentzündungen und Lebererkrankungen hervorrufen. Weiter wirkt er psychoaktiv, d. h. seine Wirkung kann die Psyche und somit das Verhalten beeinflussen.

Oleander

Der immergrüne Oleander blüht von Juni bis September in den schönsten Farben. Da er aus dem Mittelmeerraum stammt, wird er wegen seiner Kälteempfindlichkeit meist in Kübeln oder Blumentöpfen kultiviert.

Der beliebte Strauch gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse. Und wie der Name schon sagt, ist die Pflanze besonders giftig für Hunde. Mit Vorliebe knabbern die Kleinen an runtergefallenen Blüten und Blättern, sie sind besonders gefährdet. Aufgenommene Pflanzenteile können Herzstörungen, Erbrechen und Übelkeit hervorrufen.

Eibe

Die immergrüne Eibe kommt wild bzw. angepflanzt als Hecken- oder Zierbusch in Parks, Gärten und an Randstreifen vor. In der Zeit von März bis April zeigen sich gelbe Blüten, die danach leuchtend rote Beeren ausbilden.

Giftig ist sie für Hunde, Katzen und vor allem für Pferde. Schon wenige Triebspitzen, Nadeln oder Rindenstückchen genügen und es zeigen sich sofort Vergiftungserscheinungen. Dabei sind nicht nur frische Pflanzenteile problematisch, auch im Heu, der Heulage oder Silage hält die Giftwirkung an. Typische Anzeichen sind Taumeln, krampfartige Bewegungen, Atemstörungen oder Kolik. Hier ist schnelles Handeln gefragt, denn schon wenige Minuten nach der Aufnahme zeigen sich die ersten lebensbedrohlichen Symptome.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Damit kein Notfall-Gang zum Tierarzt notwendig wird, ist es wichtig, dass Ihre Tiere keinen Zugang zu Giftpflanzen haben. Seien Sie wachsam und behalten Sie sie immer im Auge.

Wenn Sie Ihren Garten oder Balkon oder verschönern wollen, greifen Sie auf ungiftige Pflanzen zurück. Es gibt eine Vielzahl völlig unproblematischer Gewächse, die Sie die schönste Zeit im Jahr sorglos genießen lassen. Lassen Sie sich am besten von einem fachkundigen Landschaftsgärtner beraten.

Für den Fall der Fälle

Hat Ihr Tier trotz aller Vorsicht etwas Giftiges aufgenommen, schnell einpacken und zum Tierarzt oder in die Tierklinik. Weiter kann der Giftnotruf helfen. Eine Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und Schweiz gibt es hier

Es lohnt sich für den Fall der Fälle Aktivkohle und eine Maulspritze zuhause zu haben. Mit Aktivkohle können Sie einen Brei aus Kohle und Wasser herstellen und mittels Maulspritze (ohne Nadel) versuchen Ihrem Tier einzugeben. Als Mischungsverhältnis gilt 1 g pro 5 ml Wasser, d. h. 5 bis 10 ml Aktivkohlebrei pro kg Körpergewicht. Dann aber trotzdem schnell zur Notversorgung in die Tierarztpraxis oder Klinik.

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