Anweiden kennt jeder. Doch wie steht es um das Abweiden?

Über das Anweiden im Frühjahr wird viel gesprochen. Doch haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie wichtig das Abweiden im Herbst ist?

Mit dem Ende der Weidesaison verändert sich einiges:

  • weniger Bewegung
  • mehr Aufenthalt im Stall oder in der Box
  • oft nur stundenweiser Zugang zu kleineren Paddocks oder Ausläufen
  • Futterumstellung von nährstoffarmem Herbstgras auf nur Heu
  • veränderte Witterungs- und Umweltreize

Viele Pferde wechseln jedoch innerhalb kurzer Zeit von ganztägigem Weidegang zu nur Heu samt veränderter Haltungsbedingungen. Das kann den Verdauungstrakt, den Stoffwechsel und das Immunsystem erheblich belasten.

Abweiden nicht unterschätzen

So wichtig das Anweiden im Frühjahr ist, so wichtig ist auch das langsame Abweiden im Herbst. Das Verdauungssystem Ihres Pferdes muss sich schrittweise von frischem Gras auf ausschließliche Heufütterung umstellen. Erfolgt dieser Wechsel zu abrupt, kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten. Die Folge: Kotwasser, Durchfall, Leistungseinbußen oder eine erhöhte Anfälligkeit für andere gesundheitliche Probleme.

Ein langsamer Übergang hilft Ihrem Pferd, Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem stabil zu halten und gesund durch die kommende Stall- bzw. Wintersaison zu kommen.

So können Sie Ihr Pferd beim Übergang unterstützen:

✅ weiterhin ausreichend frische Luft, Tageslicht und natürliche Temperaturreize
✅ Sozialkontakt mit Artgenossen mit gemeinsamem Heufressen, Spielen und freier Bewegung
✅ abwechslungsreiche Beschäftigung an der Hand und unter dem Sattel
✅ Weidedauer schrittweise reduzieren
✅ hochwertiges Heu in ausreichender Menge bereits auf der Weide anbieten
✅ keine langen Futterpausen, idealerweise maximal 3 bis 4 Stunden ohne Raufutter
✅ natürliche Nährstoffe und ausgewählte Kräuter

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