Graue Schnauzen – wenn Hunde Senioren werden

Graue Schnauzen - wenn Hunde Senioren werden
Foto: Kanashi, Unsplash

Hunde werden durch unsere Fürsorge immer älter. Graue Schnauzen haben besondere Ansprüche, bedürfen mehr Aufmerksamkeit und gute Pflege, um gesund und fit zu bleiben.

Falsche Fütterung, Stress, mangelnde Bewegung und Auslastung lassen sie früher altern. Das begünstigt besonders chronische Erkrankungen des Bewegungs- und Verdauungsapparates.

Wann ist ein Hund alt?

Altern ist individuell und von Hund zu Hund unterschiedlich. Ab wann ein Hund als „alt“ gilt, ist weniger von seinem Alter in Jahren, sondern vielmehr von seiner körperlichen Konstitution abhängig.

Größere Hunde altern in der Regel schneller als Kleine. Unter anderem sind von Geburt an mitgegebene Gene entscheidend für den Alterungsprozess. Weiter hat die Haltung, Bewegung und vor allem die Ernährung einen elementaren Einfluss.

Futterhersteller werben gern damit, dass Hunde bereits zwischen sechs bis acht Jahren beginnen zu altern und spezielles Seniorenfutter benötigen. Viel wichtiger ist jedoch, dass der Hund bereits von Welpenalter an optimal und bedarfsgerecht ernährt und gehalten wird. Werden die Elterntiere bereits gut versorgt, sind auch beim Nachwuchs die Voraussetzungen gut, dass sich erste Alterserscheinungen spät zeigen.

Welche Veränderungen zeigen sich?

Nicht nur äußerlich ist Alter erkennbar, auch im Inneren finden schleichend Veränderungen statt. Das Hormon- und Immunsystem wird schwächer. Der Stoffwechsel wird langsamer, eventuell sinkt die Leistungsfähigkeit von Niere und Leber. Während des Alterungsprozesses kommt es zu Veränderungen des Nervensystems und der endokrinen Organe, wie die der Schilddrüse und Bauchspeicheldrüse. Das Risiko für Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. Diabetes steigt. Mit steigendem Lebensalter lässt generell die Anpassungs- und Kompensationsfähigkeit nach, was eine erhöhte Krankheitsbereitschaft zur Folge hat. Wichtige Organe lassen in ihrer Funktion nach.

Alte Hunde haben vermehrt Probleme mit ihren Gelenken. Die Knochen werden spröde, Muskeln bauen sich ab, Gelenke, Sehnen und Bändern verlieren an Elastizität. Sie werden ruhiger, schwerfälliger und der Darm kann träge werden. Die altersbedingten Veränderungen führen zum Nachlassen der Verdauungsfunktion und zwangläufig auch zur Verschlechterung des Immunsystems (Immunoseneszenz). Das macht den Hund anfälliger für Infektionen, Krebs- und Magen-Darm-Erkrankungen. Weil die Enzymproduktion nachlässt, arbeitet der Darm weniger effektiv. Die Verwertung der Nahrung kann Schwierigkeiten bereiten und Blähungen, Verstopfung oder Durchfall können entstehen.

Der Seh-, Gehör- und später auch der Geruchssinn wird schlechter. Weiter nimmt die Anzahl der Geschmacksnerven ab und die Speichelsekretion lässt nach. Der Hund wird wählerischer in seiner Futterauswahl. Die Zähne nutzen sich ab, fehlen teilweise, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen können auftreten und das Kauen von Knochen oder großen Fleischstücken wird einfach schwieriger.

Fazit: der Hundesenior wird anfälliger für die verschiedensten Erkrankungen und braucht nach Krankheit oder Verletzung einfach länger, um sich zu erholen.

Doch Sie können einiges tun,

damit Ihr Hund auch im Alter gut versorgt ist. Welche Möglichkeiten die altersgerechte Fütterung bietet, erfahren Sie demnächst im 2. Teil „Graue Schnauzen richtig füttern“.