Graue Schnauzen richtig füttern (2/2)

Graue Schnauzen richtig füttern (2/2)
Foto: Susanne Pälmer auf Pixabay

Im 1. Teil von „Graue Schnauzen richtig füttern“ ging es um das individuelle Altern von Hunden und welche sichtbaren Veränderungen sich zunehmend zeigen.

Diesmal geht’s ans „Eingemachte“. Hier im 2. Teil erzähle ich, wie sie Speckröllchen verhindern und einem Muskel- bzw. Gelenkabbau entgegenwirken können.

Findet die Ernährungssituation im Alter keine Berücksichtigung, entsteht schnell eine unzureichende Energie- bzw. Nährstoffversorgung. Darunter leidet dann nicht nur die körperliche bzw. physische Leistungsfähigkeit, sondern auch das psychische Wohlbefinden.

Altersgerechte Ernährung

Mit steigendem Alter ändern sich die Nährstoffbedürfnisse des Hundes. Der Energiebedarf wird niedriger, der Bedarf an Vitalstoffen wie essentielle Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente steigt.

Ist die Ernährung bedarfsdeckend kann sie Anfälligkeiten wirksam gegensteuern. Zwar können durch Ernährungsfehler bereits eingetretene Alterserscheinungen nicht mehr rückgängig machen, doch lassen sich mit einer Umstellung der Ernährung altersbedingte Erkrankungen abmildern oder manchmal sogar noch verhindern.

Speckröllchen verhindern

Anstatt wildem Herumtollen, lässt der Hundesenior es meist ruhiger angehen. Eine gemütliche Gassirunde, ein Nickerchen danach, der Kalorienverbrauch sinkt. Im Hinblick auf drohende Speckröllchen und den damit verbundenen Problemen von Herz- und Kreislauf, der Verdauung und des Bewegungsapparates, kann eine maßvolle und kontrollierte Energiezufuhr die Lebenserwartung deutlich verlängern.

Einfach nur die Menge des Futters zu reduzieren, genügt leider nicht. Der Hund wäre mit Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen unterversorgt. Es macht also Sinn, die Versorgung dem Alter und Bedürfnissen genau anzupassen.

Doch nicht immer ist eine Energiereduzierung zielführend. Bestimmte Erkrankungen erfordern oft den Energieanteil in der Ration zu erhöhen. Dazu gehören beispielsweise hormonelle Fehlfunktionen, wie die Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus oder auch Tumorerkrankungen.

Muskeln richtig versorgen

Um den Erhalt von Muskeln und Gewebe bzw. dem Abbau von Körpermasse entgegen zu wirken, sind hochwertige und leicht verdauliche Proteinquellen notwendig. Dafür eignen sich Muskelfleisch, Eier oder Milchprodukte. Hülsenfrüchte (Leguminosen) und bindegewebsreiche
Produkte (Kauartikel, Pansen, Lunge, etc.) sind weniger gut geeignet, da sie die mikrobiellen Fermentationsprozesse im Dickdarm stören.

Hochwertiges Eiweiß in der richtigen Menge gefüttert entlastet Leber bzw. Niere und steuert dem Abbau von körpereigenem Eiweiß gegen. Darüber hinaus wird der Darm entlastet, da weniger schlecht verdautes Eiweiß im Dickdarm eintrifft, was wiederum Verdauungsproblemen vorbeugt.

Gelenke geschmeidig halten

Der Gelenkverschleiß ist fortschreitend und beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Hundesenioren. Gesunde Ernährung kann Arthrose-Schmerz lindern und Verschleißerscheinungen verlangsamen.

Die ausreichende Zufuhr von essentiellen Fettsäuren, vor allem mit entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren, sind hilfreich. Hierbei können Glykosaminoglykane (GAG) die Gelenkschmiere und den Gelenkknorpel aufbauen.

Eine gelenkfreundliche Ernährung kann somit dazu beitragen, dass schulmedizinische Schmerzmittel weniger häufig, in geringerer Dosis oder vielleicht auch gar nicht mehr gegeben werden müssen.

Darm & Immunsystem fit halten

Für das Immunsystem spielt der Darm eine entscheidende Rolle. Er ist der größte und auch wichtigste Teil des Verdauungstraktes und nicht nur für die Nährstoffaufnahme und -verwertung zuständig. Er spielt eine maßgebliche Rolle bei der Bildung einer starken Abwehr, schließlich befindet sich dort ca. 80 % des körpereigenen Immunsystems.

Bei den Spurenelementen ist auf eine besondere Versorgung mit Selen, Jod und Zink zu achten. Vor allem Zink ist unentbehrlich für die Immunabwehr und an zahlreichen Reparaturenzymen beteiligt. Ältere Hunde haben einen wesentlich höheren Zinkbedarf als jüngere erwachsene Hunde.

B-Vitamine sind als Coenzyme am Energiestoffwechsel, der Gewebesynthese und am Verdauungsprozess beteiligt. Ihr Bedarf steigt im Alter an. Weiter sind die Antioxidantien L-Carnitin, Vitamin E und C wichtig, sie stärken die immunologische Abwehr und vermindern Schäden an der DNA.

Doch aufpasst: Vitamin A gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, die bei Überdosierung und gerade im Alter die Leber unnötig belasten. Verzichten sie deshalb auf Vitaminpasten, Lebertran und große Mengen an Leber.

Effektive Mikroorganismen (EM) können helfen, dass ein gesundes Darmmilieu erreicht wird. Ist das Milieu in Ordnung, können die guten Darmbakterien eine viel größere Menge an Nährstoffen aus dem Futter aufschließen, Vitamine und andere positive Wirkstoffe produzieren und dem Organismus zur Verfügung stellen. Dadurch wird die Verwertung der Nahrung wesentlich effektiver und auch die über die Futterration zugeführte Energie kann optimal ausgenutzt werden.

Gesundheit als Altersvorsorge

Um schleichende Krankheitsprozesse früh zu erkennen, sind unabhängig von Gesundheit und Alter regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll. Hier sollte auch immer die Ernährung überprüft und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Ermöglichen sie ihrem Hund eine gesunde und artgerechte Ernährung, angepasst an sein Alter, Rasse, Leistung und körperliche Befindlichkeiten. So hat ihr Hund gute Chancen, bis ins hohe Alter körperlich und mental fit zu bleiben.

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